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Habt ihr gedacht, die vier Spiele aus dem ersten Teil meines Herbstneuheiten-Artikels wären schon alle gewesen? Falls ja: Falsch gedacht! Weitere vier Neuheiten werde ich heute vorstellen – und eine davon könnte dem einen oder anderen in einer anderen Fassung schon bekannt sein! Welche, das bleibt aber erst einmal „geheim“…

Die Portale von Molthar

05780_Schachtel_Portale von MoltharKönnt ihr euch von Magie und Mystik begeistern lassen und seid interessiert an strategischen Herausforderungen? Dann ist Die Portale von Molthar ein Spiel, das ihr unbedingt einmal ausprobieren solltet. Dazu braucht ihr ein bis vier Mitspieler und etwas Zeit, denn eine Spielrunde dauert etwa 45 Minuten, in denen euer Ziel ist, 12 Machtpunkte zu erzielen, um zum wahren Auserwählten zu werden.

Das Spiel besteht aus zwei Kartentypen, Perlen- und Charakterkarten. Zu Beginn werden vier Perlenkarten und zwei Charakterkarten aufgedeckt in die Mitte gelegt. Nun hat jeder Spieler reihum in seinem Zug drei Aktionen, von denen es vier verschiedene gibt: Man kann eine Perlenkarte auf die Hand nehmen, alle vier Perlenkarten austauschen, eine Charakterkarte auf sein Portal legen oder einen Charakter aktivieren. Die letzte Aktion ist die wichtigste, denn nur für das Aktivieren von Charakteren erhält man Machtpunkte, mit denen man das Spiel gewinnen kann.

Um einen Charakter zu aktivieren, muss man eine bestimmte Kombination von Perlenkarten aus seiner Hand ablegen, z.B. solche mit den Zahlen 345, Paare oder eine bestimmte Zahl an Karten, deren Summe eine bestimmte Zahl ergibt. Je nach Schwierigkeit, eine solche Kombination zu haben, bekommt man mehr oder weniger Machtpunkte. Um dem Spiel mehr strategische Tiefe zu verleihen, haben viele Charaktere besondere Fähigkeiten, die entweder dauerhaft oder einmalig nach deren Aktivierung einsetzbar sind und meist dem Spieler, der den Charakter aktiviert hat, zusätzliche Vorteile bringen. Zudem erhält man manchmal Diamanten, die einem das Erreichen von gewissen Kombinationen erleichtern können.

Fazit: Wie man schon herauslesen kann, ist Die Portale von Molthar ein durchaus komplexeres Spiel, dessen Facetten man gar nicht in aller Kürze beschreiben kann. Wer gerne Kartenspiele spielt, die strategisch etwas tiefer sind, und auch die entsprechende Zeit mitbringt, für den ist Die Portale von Molthar unbedingt ein Antesten wert.

 

Gipfelstürmer

05713_Schachtel_GipfelstürmerInzwischen sind die Gipfel der Alpen und vielleicht auch bald die der deutschen Mittelgebirge wieder schneebedeckt. Doch nicht nur wenn ihr in der Nähe der Berge wohnt, könnte Gipfelstürmer etwas für euch sein. Das Spiel für zwei bis vier Spieler ist eine Mischung aus bekannten Klassikern, was schon vorab viel Spielspaß für jedermann verheißt.

Ziel des Spiels ist es, mit seinen 5 Steinbockfiguren den Gipfel auf dem Spielbrett als Erster zwei Mal zu besteigen. Im eigenen Spielzug darf man bis zu drei Mal mit den fünf Würfeln würfeln. Danach sollten die Würfel entweder in ihrer Summe eine gewisse Zahl über- oder unterschreiten oder eine Kombination zeigen – hierzu gehören Drillinge, Vierlinge, Fünflinge, das Full House und die kleine oder große Straße. Nun darf man mit einem Steinbock den dem Würfelergebnis entsprechenden Weg zum nächsten Feld weitergehen und der Bergspitze näher kommen.

Clou des Spiels ist nun aber, dass die Spielfelder unterschiedliche Größen haben, sodass auf kleinen Feldern maximal ein und auf großen beliebig viele Steinböcke Platz haben. Sollte es auf einem kleinen Feld zu Platzproblemen kommen, wird geschubst: Ein Steinbock der eigenen Farbe wird nach oben Richtung Gipfel befördert, während die gegnerischen Steinböcke auf dem Bergbach entlang wieder etwas nach unten getrieben werden. Hat man auf einem großen Feld zwei Steinböcke seiner Farbe und ein dritter kommt hinzu, wird ebenfalls ein Steinbock nach oben geschubst. Durch die Schubserei kann es zu spektakulären Kettenreaktionen kommen, die das ganze Spiel auf den Kopf stellen! Nach etwa einer halben Stunde ist die Gaudi vorbei, wenn einer der Spieler zwei Mal den Gipfel des Mount Friese erreicht hat und sich erfolgreicher Gipfelstürmer nennen darf.

Fazit: Das neue Spiel von Friedemann Friese, Gipfelstürmer, ist kurzweilig und für jede Spielerunde geeignet. Einen Test ist es auf jeden Fall wert!

 

Kerflip!

05630_Schachtel_KerflipDer dritte Neuling im Bunde nennt sich Kerflip!, das kurzweiligste unter den vorgestellten Spielen. Hier geht es darum, möglichst schnell aus einer vorgegebenen Ansammlung von Buchstaben möglichst lange Wörter zu bilden, denn nur so erhält man viele Punkte. Sortiert vorher noch mal euer Vokabular, denn darauf kommt es an!

Zu Beginn eines Spielzugs zieht jeder Spieler eine gewisse Anzahl an Spielsteinen aus einem Beutel – je mehr Spieler mitspielen, desto weniger Steine werden pro Teilnehmer gezogen. Gleichzeitig werfen alle Spieler ihre Steine auf die Spielfläche und drehen sie auf die weiße Seite. Nun gilt es, Wörter aus den gegebenen Buchstaben zu bilden und diese laut zu nennen. Hat dies jeder außer einer Person geschafft, wird der Countdown mit einer Sanduhr eingeläutet – dann muss auch der letzte Spieler sein Wort genannt haben.

Am Ende jeder Runde folgt die Auswertung: Der erste Spieler, der ein Wort genannt hat, bekommt pro Buchstabe 10 Punkte, dann werden die Buchstaben auf die violette Seite umgedreht. Nun wird das zweite Wort bewertet: Jeder noch übrige weiße (und somit bisher nicht verwendete) Buchstabe bedeutet 10, jeder violette hingegen nur 5 Punkte. So geht es reihum weiter, bis alle Wörter ausgewertet sind. Zusätzlich geben besonders schwere Buchstaben wie V, Q und X Bonuskarten, wodurch man weitere Punkte sammeln kann. Besonders ist noch der Blitzstein: Sobald dieser liegt, bekommt der Spieler, der zuerst ein Wort nennt, 25 Bonuspunkte, die am Ende entscheidend sein können!

Fazit: Wortspiel-Fans erhalten mit Kerflip! ein turbulentes neues Spiel, das zu schnellen und spaßigen Runden einlädt. Wem es besonders oft gelingt, mit den Buchstaben Q und X ein langes Wort zu bilden, der hat hier einen großen Vorteil gegenüber seinen Mitspielern.

 

Privacy Quickie

05983_Schachtel_Privacy QuickieZu guter Letzt stelle ich euch noch das geheimnisvolle Spiel aus der Einleitung vor: Es handelt sich um Privacy Quickie! Aufmerksame Leser des Weekly Chapter erinnern sich vielleicht daran, wie mein ehemaliger Kollege Dennis das Spiel Privacy 2 ausprobierte; seine Eindrücke könnt ihr hier noch einmal nachlesen. Privacy Quickie kann als eigenständiges Spiel betrachtet werden (dem gegenüber Privacy 2 das Spielbrett genommen wurde) oder als Ergänzung zu einem der bereits erschienenen Privacy-Spiele.

Falls aber doch jemand noch nichts mit Privacy zu tun hatte, seien an dieser Stelle die Spielregeln noch einmal kurz erklärt: Zu Beginn einer Runde liest einer der fünf bis zehn Spieler eine der vier Fragen einer jeden Karte vor und zwar diejenige, deren Nummer der entspricht, die gerade oben auf dem Zugstapel zu sehen ist. Diese Frage müssen nun alle mit Ja oder Nein beantworten, indem sie die entsprechende Karte verdeckt in die Mitte legen, sodass alle Antworten außer der eigenen für jeden geheim sind. Danach muss jeder reihum einschätzen, wie viele Spieler die Frage mit Ja beantwortet haben. Liegt man bei der Auflösung genau richtig, erhält man drei Punkte, hat man sich um eins verschätzt, gibt es immerhin noch einen Punkt, ansonsten keinen.

Nach 15 Runden gewinnt, wer die meisten Punkte erzielt hat. Das Besondere am Spiel sind seine Fragen; es geht um harmlose oder seltsame Dinge aus dem Leben, aber auch zu Intimem wird befragt. In dieser Version ist außerdem der Löwenanteil der Fragen von Fans der bereits erschienenen Spiele der Reihe eingesendet – so kommt es zu Kuriositäten wie „Ich habe schon mal Regenwürmer gegessen.“ oder delikaten Fragen à la „Ich hatte schon Sex mit mehreren Partnern gleichzeitig.“

Fazit: Privacy Quickie ist eine wahre Fan-Version der Privacy-Spielereihe – vielleicht ist ja sogar eine Frage von jemandem, den ihr kennt, dabei. Als kleines Kartenspiel eignet es sich aber auch für Neulinge, die ihr erstes Mal Privacy erleben wollen – am besten in einer spätabendlichen Runde mit vielen Freunden!

Christian Scherer

Christian Scherer

 

 

 

 

 

 

 

 

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