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Eigentlich sollte man meinen, dass so kurz nach Ende der Weltmeisterschaft erst mal wieder ein wenig Ruhe im Pokémon-Sammelkartenspiel einkehrt. Doch weit gefehlt, denn uralte Mächte sind im August zum Vorschein gekommen und bereit, die Turnierszene komplett zu verändern. Ewiger Anfang heißt die siebte Erweiterung des XY-Zyklus‘, die viele von euch sicherlich schon auf den vergangenen Prerelease-Turnieren ausprobiert haben.

Passenderweise leitet Ewiger Anfang auch den Beginn einer neuen Saison ein, der schon in Kürze auf dem Arena-Cup Würzburg gefeiert wird. Dabei enthält die Erweiterung Unmengen an spielbaren Karten, so dass es kaum möglich ist, alle im Detail vorzustellen. Dennoch möchten wir euch hier einen kleinen Ausschnitt dessen zeigen, was euch auf zukünftigen Turnieren erwartet.

Vor allem die Mechanik der Mega-Entwicklungen wird hier auf eine neue Stufe gebracht. Vor einem Jahr wurden sie noch kaum gespielt, doch dann kamen die Geistesbund-Ausrüstungen und immer stärkere Mega-Entwicklungen, so dass sie nun fester Bestandteil des Metagames sind. Ewiger Anfang bringt nicht nur weitere mächtige Mega-Entwicklungen, sondern auch einige effektive Möglichkeiten, solche zu kontern.

Den Veteranen kommt Giflor vermutlich schon bekannt vor, denn eine ganz ähnliche Karte gab es vor fünf Jahren schon einmal. Sobald es im Spiel ist, verbietet es beiden Spielern, Items zu spielen. Ein enorm mächtiger Effekt, der euch aber auch selbst behindert. Daher solltet ihr ein Deck mit Giflor so gestalten, dass ihr besser ohne Items auskommt als euer Gegner.

Kennt ihr noch Flamara, das dem amtierenden Deutschen Meister zu seinem Sieg verholfen hat? Die Attacke Honweisel funktioniert ganz genauso, ihr Schaden skaliert mit der Anzahl der Pokémon im eigenen Ablagestapel. Allerdings verfügt Honweisel über eine ganze Reihe von Vorteilen. Beispielsweise hat es keine Rückzugskosten, kann mit seiner ersten Attacke Karten nachziehen und profitiert außerdem vom Wald der großen Gewächse.

Auch das beliebte Evoli und seine verschiedenen Entwicklungen sind wieder einmal dabei. Hier greifen sie aber nicht selbst an, sondern sorgen mit ihren Fähigkeiten dafür, dass alle eigenen Phase-1-Pokémon weitere Typen erhalten, nämlich Feuer bei Flamara, Wasser bei Aquana und Elektro bei Blitza. Dadurch können sie wesentlich mehr gegnerische Pokémon auf Schwäche treffen.

Auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkt Icognito, dessen Fähigkeit schon bei einem früheren Icognito zu dem Buchstaben R existierte. Es kann sich von der Bank selbst in den Ablagestapel legen und dabei eine Karte ziehen. Dies dünnt nicht nur das Deck aus und beschleunigt so das Ziehen von wichtigen Karten, sondern hilft vor allem auch dabei, den Schaden von Karten wie Honweisel zu erhöhen.

Hoopa-EXEines der Titelpokémon der Erweiterung ist Hoopa-EX, das jüngst bekannt gewordene Pokémon. Seine Attacke erscheint in Anbetracht der Kosten allerdings nicht sehr lohnenswert. Dies macht es aber durch seine Fähigkeit wieder wett, denn es ist in der Lage, gleich drei Pokémon-EX aus dem Deck zu suchen und damit vor allem Decks mit Mega-Entwicklungen einen deutlichen Konsistenzschub zu verleihen.

Giratina-EXAuch bei Giratina-EX wirkt ein Blick auf die reinen Zahlen und Energiekosten zunächst einmal enttäuschend. Allerdings verbietet es neben den 100 Schaden mit seiner Attacke Items, Stadionkarten und Spezial-Energien im nächsten gegnerischen Zug. Als wäre das noch nicht einschränkend genug, ist es durch seine Fähigkeit auch komplett immun gegen Mega-Entwicklungen. Es gibt kaum ein Deck, das mit Giratina-EX keine Probleme hat, und das trotz seines mäßigen Schadensoutputs.

 

Lugia-EXNicht nur unter den frühen legendären Pokémon aus den ersten Videospielen und Filmen galt Lugia als Nachfolger von Mewtu – auch die Karte Lugia-EX ähnelt ihrem inzwischen über drei Jahre alten und damals sehr einflussreichen Vorgänger. Mit ausreichend Energie an sich selbst und dem angegriffenen Pokémon kann Lugia-EX gewaltige Mengen an Schaden anrichten, und auch seine zweite Attacke, die ebenfalls nur farblose Energie kostet, ist enorm wirkungsvoll.

Mega-Gewaldro-EX erinnert ein wenig an Mega-Voltenso-EX. Genau wie dieses verfügt es über eine Möglichkeit, schneller Energien ins Spiel zu bringen und gleichzeitig Schaden anzurichten. Ebenso ist auch seine Vorentwicklung Gewaldro-EX unter bestimmten Umständen auch alleine recht nützlich. Als kleinen Bonus besitzt Mega-Gewaldro-EX noch eine Ewige Gabe, die es gegen Auswirkungen gegnerischer Fähigkeiten immunisiert.

M Despotar-EXWenn es jedoch um rohe Kraft geht, hat Mega-Despotar-EX klar die Nase vorn. 110 ist schon mal ein solider Grundwert an Schaden, doch dazu kommen satte 60 für jede einzelne Schadensmarke, die bereits auf dem Gegner liegt. Eine Schadensmarke reicht aus, damit der König der Zerstörung jedem normalen Pokémon-EX zum Verhängnis wird, bei zwei Schadensmarken können selbst Mega-Entwicklungen einpacken. Neben seinen soliden 240 KP kann Mega-Despotar-EX dank seiner Ewigen Gabe sogar zwei Ausrüstungen tragen.

N hat die Turnierspieler jahrelang begleitet, bevor er nun aus dem Standard-Format verschwinden muss. Dabei kommt Ass-Trainer noch am ehesten an seinen Effekt heran, wobei diese neue Karten wesentlich situationsabhängiger ist und damit sicherlich nicht so beliebt sein wird wie N. Dennoch kann sie sich vor allem in langsameren Decks als hilfreich erweisen.

Die Fähigkeiten gegnerischer Pokémon ruinieren eure ganze Strategie? Dann wäre die Hexe eine gute Lösung, die sich in die meisten Decks ohne große Umstände einbauen lässt. Sie schaltet bis zum Ende des nächsten gegnerischen Zuges alle Fähigkeiten im Spiel ab, womit sie zahlreiche offensive und defensive Einsatzmöglichkeiten bietet.

Wesentlich einflussreicher als die neuen Unterstützer sind die Stadionkarten. Wer sich noch an die inzwischen über sechs Jahre alte Raum-Zeit-Anomalie erinnert, weiß, wie mächtig es ist, Pokémon direkt in einem Zug voll entwickeln zu können. Der Wald der großen Gewächse erlaubt genau das, allerdings nur bei Pflanzen-Pokémon. Damit werden Giflor und Honweisel, aber auch ältere Karten, zu einer echten Bedrohung für jeden Gegner.

Wenn Mega-Entwicklungen für euch schwer kleinzukriegen sind und ihr selbst keine davon spielt, wäre Verblasstes Dorf sicherlich eine gute Ergänzung für euer Deck. Solange diese Stadionkarte im Spiel ist, erhalten alle Mega-Entwicklungen zwischen den Zügen zwei Schadensmarken – das ist doppelt so viel wie bei einer Vergiftung und bringt selbst die zähsten Brocken schnell auf eine überschaubare Anzahl an übrigen KP.

Neben diesen und vielen weiteren neuen und zurückgekehrten Karten könnt ihr mit etwas Glück auch drei der gewaltigsten Mega-Entwicklungen aus den vergangenen Erweiterungen – Groudon, Kyogre und Rayquaza – in einer seltenen Shiny-Form erhalten.

Dominieren die legendären Pokémon und Mega-Entwicklungen die nächste Saison, oder werden sich doch die kleineren Pokémon durchsetzen? Wir haben beides schon erlebt, doch mit nun gibt es einen neuen Anfang mit ewig vielen Möglichkeiten.

Tobias Thesing

Tobias Thesing

 

 

 

 

 

 

 

 

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