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Als AMIGO Volunteer für Sammelkartenspiele beschäftigt man sich nicht nur stur mit dem eigenen Sammelkartenspiel, dass man so sehr liebt und spielt. Natürlich kommt man auch in Kontakt mit all den anderen Spielen, die AMIGO als Verlag vertreibt. Das kann auf speziellen Veranstaltungen wie der Wizard-Meisterschaft geschehen, passiert aber vor allem in den verschiedensten Hotel-Lobbys der Welt. Was eignet sich schließlich besser, um die Müdigkeit eines anstrengenden Turniertag zu vertreiben, als eine Runde zu zocken? Und dann gibt es da natürlich noch den jährlichen Staff-Cup …

Somit war mir selbstverständlich auch Speed Cups nicht gänzlich unbekannt, als man mich bat, einen kleinen Erfahrungsbericht mit dem Spiel zu schreiben. Mehrfach gespielt hatte ich das Spiel schon ein paar Mal, ist es doch bereits 2013 erschienen. Dass ich das Spiel bisher aber nie in die Spielrunden bei mir zu Hause mitgenommen hatte, lag vor allem an der Beschränkung für nur 4 Spieler. Bei unseren Spieleabenden sind wir meistens zu sechst.

Gut also, dass mit Speed Cups² jetzt eine „Erweiterung“ erschienen ist, die die Spielerzahl auf 6 erhöht. Dass „Erweiterung“ hier in Anführungszeichen gesetzt ist, hat seinen Grund, denn Speed Cups² kann auch ohne das Basisspiel gespielt werden, dann aber nur für 2 Spieler.

Als ich das Spiel auspacke, macht sich in den Gesichtern meiner Freunde gleich erkennen breit. AMIGO? Eine Glocke? „Ist das sowas wie Halli Galli?“ fragt Laura? „Nicht ganz … Aber es ist vom selben Autor!“ erkläre ich. Haim Shafir heißt der Spiele-Erfinder. Ich selbst durfte ihn im Rahmen der SPIEL’12 selbst kennenlernen und kurz interviewen. Und wenn man die ersten Runden Speed Cups spielt, dann scheint auch sehr schnell die besondere Spiele-Philosophie von Haim durch.

Speed Cups ist innerhalb von 1 Minute erklärt: Jeder Spieler bekommt 5 verschiedenfarbige Becher. In jeder Runde wird eine Karte aufgedeckt auf der eine bestimmte farbliche Anordnung zu sehen ist. Die Becher müssen dann so schnell wie möglich in diese Anordnung sortiert oder gestapelt werden. Wer als erster fertig ist, gewinnt die Runde.

So einfach das Spielprinzip ist, so schnell entwickeln sich erbitterte Wettkämpfe am Tisch. Vor allem Timo und Steffi liefern sich jedes Mal ein Kopf-an-Kopf rennen. Mit lautem Jubel wird jeder hart erspielte Erfolg gefeiert. „Das gibt’s doch nicht! Wie könnt ihr so schnell sein?“ ruft Eva hingegen frustriert. Früh zeigt sich, dass wir am Tisch alle ein völlig unterschiedliches Talent haben, die kleinen Türmchen zu bauen und die gewünschte farbliche Anordnung auf den Spielkarten zu entschlüsseln.

Früh macht sich in meiner Spielerunde das erste Zwischenfazit breit: Speed Cups ist nicht für jeden was. Wer es hektisch und schnell mag und vor allem die sportliche Herausforderung liebt, für den ist Speed Cups perfekt. Wer irgendwas mit Strategie und Ruhe oder einfach nur Glück sucht, für den ist Speed Cups wohl nichts.

Bei mir selbst regen sich vor allem Erinnerungen an mein Interview mit Haim. Er erklärte mir damals, wie wichtig ihm die haptische Interaktion mit dem Spielgerät ist. Etwas in der Hand haben. Ein Spiel sollte nicht nur im Kopf passieren, sondern muss im wahrsten Sinne des Wortes gefühlt werden. Die Hände sind immer beschäftigt. Becher werden gestapelt und sortiert. Blitzschnell gleitet die Hand auf die Glocke, welche auch gleich ein zusätzliches akustisches Feedback gibt. Man könnte es wohl auch als ein Spiel für alle Sinne bezeichnen.

SpeedCups250Und auch die für Haim so wichtige Interaktion zwischen den Spielern bleibt nicht aus, etwas was Haim damals als „Publikums-Effekt“ bezeichnete. Vor allem Eva beschränkt sich nach kurzer Zeit eher darauf, Steffi und Timo anzufeuern. Besonders groß ist das Gelächter, als Timo in all der Hektik seinen Turm in der falschen Reihenfolge aufbaut und auch Steffi den schwarzen Becher mit dem roten vertauscht. Plötzlich hat Laura die Nase vorn.

Nach knapp 10 Minuten beschließen wir die zusätzlichen Aufgabenkarten aus Speed Cups² zu integrieren. Während man bei Speed Cups entweder einen Turm baut oder die Becher in eine bestimmte Reihenfolge bringt, bietet der zweite Teil deutlich mehr Abwechslung. Da müssen plötzlich 2 unterschiedliche Türme gebaut werden und diese dann in eine bestimmte Reihenfolge gebracht. Das ist nicht nur abwechslungsreicher, sondern tatsächlich auch deutlich schwieriger. Beides führte zumindest bei uns in der Runde dazu, dass es plötzlich deutlich ausgeglichener am Tisch zuging. Wo vorher Steffi und Timo klar dominierten, können Laura, Martin und ich jetzt deutlich besser mithalten.

Einhellig ist die Meinung am Tisch, dass Speed Cups² das Basisspiel in Sachen Abwechslung locker überflügelt: Wer sich bisher daran gestört hat, dass es zu wenige Aufgaben gab, die sich noch dazu zu ähnlich waren, der sollte Speed Cups² definitiv nochmal eine Chance geben.

Werden wir Speed Cups auch weiterhin spielen? Definitiv! Dadurch dass es superleicht erklärt ist, extrem schnell auf- und wieder abgebaut ist, eignet es sich perfekt als Spiel für zwischendurch. Vor allem bietet es eine tolle Abwechslung zu den Spielen, die wir sonst so spielen. Hier werden keine Begriffe erklärt und es kommt auch nicht aufs Würfelglück an. Man muss auch keine komplizierten Strategien entwickeln, Stiche vorhersagen oder um Bohnentaler feilschen. Es ist einfach etwas komplett anderes als das, was sonst so auf unserem Tisch landet.

Vermutlich ist es auch das, was den Erfolg von Haim Shafir und seinen Spielen ausmacht: Eine eigenständige Spiele-Philosophie die komplett andere Spiel-Erlebnisse ermöglicht.

Mache Speed Cups noch besser!

Damit Speed Cups in Zukunft sogar noch mehr Spaß macht und noch abwechslungsreicher wird, hat AMIGO sich eine besondere Aktion einfallen lassen. Bis zum 31. Mai 2015 habt ihr die Gelegenheit, eine eigene Speed Cups Karte zu designen. Dabei müsst ihr nur folgende Regeln beachten:

  • Die Karten müssen mit den bekannten Regeln von Speed Cups spielbar sein.
  • Die Farben Schwarz, Gelb, Rot, Blau und Grün müssen enthalten sein.
  • Egal ob Foto, per Hand gezeichnet oder am PC entworfen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Unter allen Einsendungen, Vorschlägen und Ideen wird dann eine Jury bestehend aus AMIGO und Haim Shafir die besten 10 Karten auswählen. Diese schaffen es dann zusammen mit den besten Karten aus anderen Ländern wie Österreich, Frankreich und der Schweiz im Herbst erscheinende „Fan-Edition“ von Speed Cups! Die auserwählten Karten erhalten jeweils einen Hinweis, wer der Erfinder dieser Karte ist – z.B. „Anna, Germany“.

Und nehmen Ruhm und Ehre gibt es natürlich noch sehr viel mehr zu gewinnen: Unter allen Teilnehmern (weltweit) verlost AMIGO 4 Übernachtungen im Funkey Hotel (Speed Cups Zimmer) für 4 Personen in Brüssel – inkl. Anreisekostenzuschuss in Höhe von 500€!

Alle weiteren Infos findet ihr hier!

Dennis Jenz

Dennis Jenz

 

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