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„Was Sie schon immer über Ihre Freunde wissen wollten …“ lautet der Werbespruch von Privacy 2. „Will ich das denn wirklich wissen?“ sagte dann meistens leise eine kleine Stimme in meinem Kopf. Es stellte sich heraus: „Oh ja! Das willst du!“

Aufgrund seiner Prämisse war Privacy 2 für mich immer eines dieser Spiele, die ich zwar vom Namen und von der Idee kannte, aber lange nie selber nie ausprobiert hatte. Im Spieleregal stand ich dann meistens doch recht skeptisch davor. „Ich glaube es gibt Dinge, die will ich lieber nicht wissen!“ war da immer meine Meinung. Und dann gibt es ja auch eine ganze Reihe von Dingen, dir mir selbst unangenehm oder peinlich sind und von denen ich nicht unbedingt will, dass jeder davon weiß …

Irgendwann – dank des Volunteer Cups 2013 – wanderte dann doch ein Exemplar des Spiels in meinen Besitz. Trotzdem wartete es dann mehr als 1 Jahr darauf, endlich einmal ausgepackt und bespielt zu werden. Einsam und verlassen. verstaubte es im Regal. Erst als meine Freunde nach einem gemütlichen Abendessen meine Spielesammlung durchstöberten, wurde der Spieleschatz wiederentdeckt. „Das wollte ich schon immer mal spielen!“ drohte es mir plötzlich. Kurzerhand überstimmt wurde also die Spielepackung wenige Minuten später aufgerissen und das Spielmaterial aufgebaut.



Das Prinzip ist einfach: Es werden mal mehr oder mal weniger unangenehme Fragen gestellt, die entweder mit „Ja!“ oder mit „Nein!“ beantwortbar sind Sobald eine Frage gestellt wurde, werfen alle Spieler heimlich einen entsprechenden Antwortstein in ein schwarzes Säckchen. Anschließend raten sie, wie viele Spieler insgesamt wohl mit „Ja!“ geantwortet haben. Je besser man schätzt, desto mehr Punkte gewinnt man. Auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass alles mehr oder weniger „geheim“ von statten geht. Man bekommt zwar während des Spielens extrem interessante Informationen über seine Mitspieler insgesamt, aber eben keine Informationen über Einzelpersonen. In 99% der Fälle funktioniert dieses System perfekt. Bevor wir anfingen zu spielen, waren wir uns eigentlich alle sicher, dass wir sehr oft wissen würden, wer nun was geantwortet hatte. In der Tat hatten wir auch oft genug einen Verdacht. Aber wirklich sicher? Das waren wir uns fast nie. Und dann ist da ja auch immer noch dieser schleichende Verdacht und Vorwurf, dass jemand vielleicht doch nicht ganz wahrheitsgemäß geantwortet hat … Dies macht den großen Reiz von Privacy 2 aus.

Je nachdem wie gut man geschätzt hat und wie gut man die Anzahl der „Ja!“s vorhergesagt hat, desto mehr Punkte sammelt man. Wie im Genre der Partyspiele üblich, gibt es auch bei Privacy 2 ein simpel gehaltenes Spielfeld, auf dem man seine Figuren entsprechend der Runde für Runde erspielten Punktzahl vorwärts zieht. Wer als erster das Ziel erreicht, gewinnt. Und wie bei fast allen Partyspielen tritt dieser Spielaufbau und das Erreichen des Zielfeldes im Laufe des Spiels immer mehr in den Hintergrund. Irgendwann interessiert man sich eigentlich nicht mehr für die bereits erspielte Punktzahl sondern hat sehr viel mehr Spaß an den zu beantwortenden Fragen und den Ergebnissen dieser Fragen. Die zweite und dritte Runde haben wir dann auch gänzlich ohne den Spielplan gespielt. Und wann immer wir Privacy 2 nochmal rausholen, bauen wir ihn auch gar nicht mehr auf.

Bei Privacy 2 aber hat dieser Spielaufbau aber noch eine andere Funktion als einfach nur den Spielverlauf und Punktestand festzuhalten: Es lenkt zu Beginn ein wenig die Aufmerksamkeit von den vermeintlich unangenehmen Fragen hin zu ganz praktischen Fragen wie „Wann kriege ich wie viele Punkte?“ und „Ich möchte aber lieber Blau!“ Man könnte auch sagen, dass der Spielplan dabei hilft Vorbehalte gegen das Spiel abzubauen.

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Besonders gelungen ist bei Privacy 2 die Auswahl der Fragen. Das Spektrum der Fragen reicht dabei von kontroversen Themen (z.B. „Abtreibung ist Mord.“) über peinliche Erlebnisse (z.B. „Ich pinkle manchmal unter der Dusche.“) bis hin zum Intimleben (z.B. „Ich hatte schon mal Sex im Auto.“). Das wirklich besondere dabei ist, dass die Fragen für mein Empfinden meistens zwar extrem interessant und spaßig sind, aber so gut wie nie unangenehm. Klar sind auch ein paar bescheuerte Fragen und echte Rohrkrepierer dabei. Wir sind in unserer Runde daher einfach dazu übergegangen eine andere Frage von der Karte zu nehmen, wenn die eigentliche Frage ein wenig doof ist. Die Balance, die hier gefunden wird bei der Auswahl der Fragen, ist dennoch erstaunlich gut und gehört zu den Highlights des Spiels.

Zu dieser herausragenden Balance beigetragen haben auch diverse Fragen, die von Spielern des ersten Teils Privacy beigesteuert wurden. Gekennzeichnet sind diese mit dem Namen des „Erfinders“ der Frage. Viele Fans konnten sich so in Privacy 2 verewigen. Auch für das nächste neue Spiel der Privacy-Reihe sucht AMIGO wieder neue Fragen, die entweger mit „Ja!“ oder „Nein!“ oder aber auch mit einer Zahl zu beantworten sind. In Kooperation mit Doktorspiele gibt es dabei 60 ultimative Party-Kits zu gewinnen! Mehr Infos zu diesem Gewinnspiel findet ihr auf unserer Website oder auf unserer Facebook-Seite.

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Dennis Jenz

Dennis Jenz

 

 

 

 

 

 

 

 

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