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Einen Blick in den Schrank geworfen und man denkt sich: „Meine Brett- und Kartenspiele kenne ich doch fast schon in- und auswendig… ich möchte mit meiner Familie oder meinen Freunden mal was Neues ausprobieren!“ Die neuen Produkte aus dem Hause AMIGO machen das möglich. Ich durfte die drei kürzlich erschienenen Spiele Schlafmütze, Bubble Bomb und Quanto testen und berichte euch in diesem Artikel von meinen Erlebnissen – es dürfte für jeden etwas dabei sein!

Schlafmuetze250Schlafmütze ist ein kurzweiliges Kartenspiel für 2 bis 8 Spieler, bei dem es vor allem auf Konzentration ankommt. Zum Start des Spiels liegen die 5 Karten mit dem Wert 1 in der Mitte (es gibt die Werte 1 bis 20), die restlichen Karten werden gleichmäßig unter allen Spielern als verdeckte Zugstapel aufgeteilt. Reihum hat nun jeder Spieler die Aufgabe, seine Karten loszuwerden, indem er die oberste Karte seines Ablagestapels entweder auf einen offenen Stapel in die Mitte oder auf den Ablagestapel eines Mitspielers legt. Auf die Stapel in die Mitte dürfen nur Karten in direkt aufsteigender Reihenfolge gelegt werden, bei den Mitspielern darf man zusätzlich auch die nächstkleinere Zahl auf den Stapel legen. Zudem ist die Reihenfolge zu beachten: Zuerst muss man, falls möglich, die Karten auf einen der mittleren Stapel legen, danach im Uhrzeigersinn auf den Stapel eines Gegners. Gibt es keine geeignete Ablagemöglichkeit, muss man die oberste Karte seines Zugstapels aufdecken und versuchen, diese gemäß den obigen Regeln abzulegen. Geht auch das nicht, kommt die Karte auf den eignen Ablagestapel und der nächste ist an der Reihe. Gewonnen hat, wer keine Karten mehr in seinem Zug- oder Ablagestapel hat.

Der Clou des Spiels: Begeht man einen Fehler, d.h. legt man eine Karte nicht an den korrekten Stapel an, können die anderen Spieler „Schlafmütze!“ rufen – der Spieler, der den Fehler begangen hat, bekommt nicht nur die falsch angelegte Karte unter seinen Zugstapel, sondern als Strafe zusätzlich noch eine von jedem Mitspieler und muss seinen Zug beenden! Der Sieg kann so schnell in weite Ferne rücken. In meinen Testspielen passiert das auch das ein oder andere Mal – mit jedem Fehler versucht man aber, sich das nächste Mal umso mehr zu konzentrieren. Besonders lustig sind Glücks- und Pechsträhnen – einmal konnte ich meiner Kontrahentin Laura mehrere Karten auf ihren Ablagestapel legen, sehr zu ihrem Unmut. Doch wenn man mehrere Runden spielt, sollte sich das irgendwann ausgleichen…

Fazit: Schlafmütze ist vor allem ein Konzentrationsspiel, das durch seine kurze Spieldauer ideal für kurzweilige Unterhaltung in einer Spielerunde mit Familie oder Freunden geeignet ist.

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BubbleBomb250Das einzige der drei vorgestellten Spiele, das nicht mit Karten gespielt wird, ist Bubble Bomb. 2 bis 4 Spieler streiten sich hier um Bomben-Plättchen, die richtig kombiniert zu Punkten werden. Zu Spielbeginn werden die 9 Bomben-Plättchen mit einer beliebigen Seite nach oben hingelegt; nur die Bubble Bomb liegt mit der Vorderseite nach oben. Nun werden noch 9 Bomben-Chips in die Mitte gelegt und jeder Spieler erhält 7 dieser Chips. Diese sind, ebenso wie die Plättchen, beidseitig bedruckt und zeigen verschiedene Symbole in verschiedenen Farben. Das Ziel des Spiels ähnelt dem des Kartenspiels SET: Man muss versuchen, 7 zueinander passende Bomben-Chips bei sich zu sammeln – passend heißt, sie müssen alle die gleichen Farbe oder das gleiche Symbol auf sich tragen und es muss ein entsprechendes Bomben-Plättchen offen liegen. Schafft man das, erhält man einen Punkt; die Bubble Bomb, die man bei Besitz von 7 Plättchen mit verschiedenen Farben und verschiedenen Symbolen erhält, ist sogar drei Punkte wert.

Der eigentliche Spielablauf ist aber noch dynamischer als bei SET, denn hier spielen nicht nur alle Spieler gleichzeitig, sondern sie müssen die vorgegebenen Ziele durch Umdrehen der Chips oder Austauschen eines eigenen Chips mit einem aus der Mitte erreichen. Jeder Spieler darf dabei aber nur eine Hand verwenden. Das Spiel wird nur durch ein „Bumm!“ oder „Banzai!“ unterbrochen: Ruft jemand „Bumm!“ und hat dann z.B. 7 gelbe Symbole vor sich liegen, wobei eins der Bomben-Plättchen gelb ist, so erhält er nach einer kurzen Überprüfung einen seiner Chips als Punkt. Das gelbe Bomben-Plättchen wird umgedreht, man zieht noch einen Chip aus einem Beutel nach und weiter geht die wilde Hatz. Als taktische Komponente kann man „Banzai!“ rufen, wenn einem nur noch ein Chip fehlt, den man aber bei einem der Mitspieler sieht. Achtet also stets auf die Chips eurer Gegner!

In meiner Spielerunde mit Laura und Michael zeigt es sich zudem immer besonders wichtig, die Bubble Bomb zu bekommen. Diese geht zwar als Punktezähler zu dem Spieler, der 7 verschiedenfarbige Chips mit 7 verschiedenen Symbolen sammelt, aber kann „gestohlen“ werden, indem man das später noch mal schafft. So können schnell 3 Punkte verloren oder gewonnen werden, was sich oft auf den Endstand auswirkt – denn natürlich ist das Ziel, am Ende die meisten Punkte zu haben.

Fazit: Bei Bubble Bomb kommt es vor allem auf Schnelligkeit und ein gutes Auge an. Wer SET liebt und einem turbulenteren Spielablauf nicht abgeneigt ist, ist bei Bubble Bomb bestens aufgehoben.

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Quanto250Last but not least haben wir das Kartenspiel Quanto ausprobiert – das Spiel, das mir als Mathematikstudent eigentlich am meisten hätte liegen müssen. 2 bis 6 Spieler haben hier das Ziel, möglichst viele Karten für ihren Gewinnstapel einzuheimsen, denn der Spieler, der die meisten Karten sammelt, gewinnt am Ende. Zunächst werden vier Karten in die Auslage gelegt sowie vier Karten an jeden Spieler verteilt; neben die Karten in der Auslage werden die Quantoplättchen 5 bis 12 gelegt. Der Zugspieler muss eine Karte aus seiner Hand ausspielen (die Karten haben die Werte 1 bis 12) und damit eine von drei möglichen Aktionen ausführen:
1. Karten in der Auslage, die den gleichen Wert wie die ausgespielte Karte haben oder deren Summe denselben Wert ergibt (bei einer 10 z.B. 4+6), auf den eigenen Gewinnstapel legen.
2. Die ausgespielte Karte zusammen mit einer Karte aus der Auslage zu einem Quanto (die Summe beider Karten) kombinieren. Das passende Quantokärtchen wird als Erinnerung dazugelegt. Den Quanto kann man in späteren Runden ausbauen oder nehmen – erst wenn man sie nimmt, kommen sie zum eigenen Gewinnstapel hinzu und zählen als Punkte. Um einen Quanto zu nehmen, muss man eine Handkarte mit demselben Wert auf den Quanto legen.
3. Eine Handkarte in die Auslage legen.
Bevor der nächste Spieler an der Reihe ist, werden ggf. die Auslage und die eigene Hand noch auf 4 Karten aufgefüllt.

In unseren Testrunden stellen meine Mistpieler und ich schnell fest, dass dieses Spiel gar nicht so einfach ist und man sich der vielen taktischen Mittel erst einmal bewusst werden muss. Regenbogenkarten und die beiden Joker sorgen für weitere Kniffe: Während sie in der Auslage „nur“ für eine weitere Karte sorgen, bringen die Regenbogenkarten bei Aktion 1 oder beim Nehmen eines Quanto eine zusätzliche Karte aus der Auslage für den Gewinnstapel. Die Joker sind noch spektakulärer: Sie ersetzen nicht nur jeden beliebigen Zahlenwert, sondern sie können auch eingesetzt werden, um den Quantostapel eines Gegners zu „entwenden“. Zusätzliche Möglichkeiten ergeben sich durch verschiedene Konsequenzen, wenn man bei Aktion 3 eine 1, 2 oder 3 in die Auslage legt – hier ist wirklich Köpfchen gefragt!

Das Spiel endet, wenn kein Spieler mehr Karten in seiner Hand hält. Sieger ist, wer dann die meisten Karten auf seinem Gewinnstapel liegen hat. Von mehreren Runden, die wir gespielt haben, konnte ich am Ende tatsächlich keine gewinnen – ein Unentschieden war das höchste der Gefühle für mich. Doch schon bald ist eine Quanto-Revanche angesagt!

Fazit: Gutes Zahlen- und Taktikverständnis machen Quanto zu einem durchaus anspruchsvollen Spiel, bei dem man die richtigen Entscheidungen treffen muss – dazu verleihen die Quantostapel und Joker dem Kartenspiel die notwendige Würze.

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