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Bohnanza? Das ist doch diese Western-Serie aus den 1960ern“, denkt vielleicht der ein oder andere beim Rückblick auf seine Jugendzeit. Doch die schreibt man zum einen ohne „h“ und zum anderen ist sie vielen Jüngeren gar nicht mehr bekannt. Stattdessen kennt man Bohnanza heute als strategisches Kartenspiel für mindestens 3 Spieler, das von Uwe Rosenberg entworfen und seit der Erstveröffentlichung 1997 sogar in den verschiedensten Varianten neu aufgelegt wurde. Zum Christmas Charity Cup 2014 hat sich AMIGO etwas Besonderes ausgedacht: Erstmals wird eine 2-Spieler-Variante für Turniere ausprobiert, so dass euch nun ein Spielpartner genügt, um loszulegen, mit Bohnen zu handeln und den größten Profit herauszuschlagen.

07900_SchachtelFür all diejenigen, die Bohnanza noch nie gespielt haben, sind hier kurz die allgemeinen Bohnanza-Regeln der Version für 3 bis 5 Spieler erklärt: Jeder Spieler hat zwei Bohnenfelder, auf denen er verschiedene Bohnensorten anbauen und mit möglichst großem Gewinn verkaufen muss. Dazu erhält man in der ersten Phase 5 Bohnenkarten auf die Hand, deren Reihenfolge man so beibehalten muss, wie man sie bekommen hat. Die erste davon muss man nun auf einem seiner Felder anbauen, die zweite darf man. Zu beachten ist hierbei, dass man auf jedem Feld nur eine Sorte anbauen kann. Doch woher bekommt man mehr von der gleichen Sorte? In der zweiten Phase deckt der aktive Spieler zwei Karten vom Zugstapel auf. Mit diesen und seinen Handkarten darf er nun mit allen Mitspielern handeln, um möglichst passende Karten zu erhalten. Nur wenn beide Spieler sich einig sind, findet ein Tausch statt. Am Ende der Handelsphase müssen alle Spieler ihre neuen Bohnen anbauen, der Zugspieler zudem noch diejenigen der zwei aufgedeckten, die er nicht losgeworden ist. Falls die Bohnen nicht zu den bereits angebauten passen und kein Feld mehr frei ist, muss man ernten und die Bohnen verkaufen. Wie viele Taler man für seine Ernte erhält, bestimmt der Bohnometer auf der Karte und von diesem hängen auch Anzahl und Häufigkeit der angebauten Bohnen ab. Zum Schluss zieht man noch drei neue Karten auf, bevor sich der Ablauf beim nächsten Spieler wiederholt. Zusätzlich kann man jederzeit für 3 Taler ein drittes Bohnenfeld kaufen, um beim Anbau flexibler sein zu können. Das Spiel endet, wenn der Zugstapel drei Mal aufgebraucht wurde. Wer bis dahin die meisten Taler sammeln konnte, hat das Spiel gewonnen.

Nachdem bereits zwei Deutsche Meisterschaften in den Jahren 2011 und 2012 stattfanden, könnt ihr nun bei den Christmas Charity Cups eine neue Version für nur 2 Spieler erleben. Ich durfte diese vorab schon einmal ausprobieren und möchte euch meine Eindrücke mit einer kurzen Zusammenfassung meines ersten Spiels schildern. Mit meiner Schwester, die ebenso wie ich kaum Bohnanza-Erfahrung hat, setze ich mich also an einen Tisch, um sie zu einem „Bohnenduell“ herauszufordern. Der Spielaufbau ist dabei zunächst wie gehabt, doch es gibt einige kleine Änderungen: Jeder Spieler hat nun direkt drei Bohnenfelder und es gibt einen zweiten Zugstapel, der aus neuen Bonuskarten besteht. Wir ziehen daher neben den 5 normalen Karten noch 3 Bonuskarten auf die Hand – was es mit diesen auf sich hat, erkläre ich später. Zusätzlich liegen in der Tischmitte noch 8 Handelskarten mit den Bohnensorten, deren Rolle sich ebenfalls erst mit dem Spielablauf ergibt.

karte1_250Da ich die Karten gemischt habe, beginnt meine Schwester. Sie muss eine Sojabohne anbauen und entscheidet sich, auch gleich ihre zweite Karte, eine Saubohne auszuspielen. In der zweiten Phase werden nun 3 statt wie sonst üblich 2 Karten aufgedeckt, von denen eine auf den Ablagestapel gelegt werden darf, aber nicht muss. Danach beginnt die neue Schenkphase: Anstatt zu handeln muss der Zugspieler nun eine seiner Karten (die 3 aufgedeckten sowie die Handkarten) dem Gegenüber als Geschenk anbieten. Meine Schwester möchte mir eine Blaue Bohne geben, die ich aber nicht will. Also muss ich ihr ein Gegengeschenk machen: Eine Feuerbohne, mit der ich gerade absolut nichts anfangen kann. Sie nimmt sie an. Die Schenkphase geht so lange, bis einer das Geschenk akzeptiert; jede Bohnensorte darf aber nur einmal angeboten werden, was mit den bereits erwähnten Handelskarten angezeigt wird.

Nun müssen alle noch aufgedeckten oder verschenkten Karten angebaut werden. Daher baut meine Gegnerin zwei Gartenbohnen auf das noch freie Feld und eine Sau- sowie die geschenkte Feuerbohne an die bereits vorhandene Saubohne. Wie geht das? Eine weitere neue Regel besagt, dass man bestimmte Bohnensorten auch an andere anbauen darf: An die Saubohnen, die 16 mal im Spiel vorkommen (das steht auf der Karte), kann man eine der 18 Feuerbohnen anlegen, an diese weitere Feuerbohnen oder die 20 mal enthaltene Blaue Bohne und so weiter. Wenn man die Ernte einfährt, erhält man so viele Taler wie auf der zuletzt angebauten Sorte angegeben. Der Zug endet mit dem Ziehen von 2 neuen Handkarten.

karte2_250In meinem Zug schaffe ich es mit meinen zwei ersten plus den später aufgedeckten Karten tatsächlich, 2 Soja- und 2 Brechbohnen auf ein Feld anzulegen. Meine Schwester zeigt mir daraufhin eine ihrer Bonuskarten vor: Dort sind zweimal zwei Bohnensorten abgebildet, wodurch sie 30 Bohnencent zu ihren Talern und eine neue Bonuskarte verdeckt vor sich legen darf, die sie zu Beginn ihres nächsten Zuges auf die Hand nimmt. Die Bonuskarten dürfen jederzeit vorgezeigt werden; dabei muss die Kombination in der entsprechenden Reihenfolge auf einem Feld liegen und die zuletzt sichtbare Karte enthalten. 100 Bohnencent entsprechen übrigens einem Taler, wodurch ein netter Nebenverdienst entstehen kann.

Unser „Duell um die Bohnen“ geht launig weiter und es kommt noch zu Situationen, die dank der Regeln und neuen Spielelemente passieren können: Meine Kontrahentin bietet mir eine Bohne an, die sie gar nicht hat. Die hätte ich gerne und somit fällt ihr Bluff auf, was sie zur Strafe einen Taler kostet. Sie muss dann stattdessen eine andere Bohne anbieten. Ich hingegen merke, wie meine Kontrahentin immer mehr Bohnencent anhäuft, und entscheide mich irgendwann doch dazu, einen meiner Taler zu opfern, um eine unerreichbar scheinende Bonuskarte abzulegen und eine neue, hoffentlich einfachere zu ziehen.

Die neuen Elemente machen die 2-Spieler-Variante von Bohnanza zu einer taktischen Angelegenheit, bei der man zwar nur noch einen Gegner im Auge behalten muss, aber gleichzeitig nicht die Bonuskarten vergessen sollte, für die man ein gutes Auge braucht. Die neuen Anbauregeln zusammen mit dem dritten Feld sorgen für viel Flexibilität beim Anbau und die Chance auf größere Gewinne. Mit dem Bluff und der Möglichkeit, Bonuskarten zu tauschen, gibt es neue Kniffe, die der Spielvariante viel Spannung und damit die nötige Würze verleihen. Das Spiel mit meiner Schwester wurde schließlich über die Bonuskarten entschieden: Zwar hatte ich einen Taler mehr verbucht, aber ihre 370 Bohnencent gegen meine 180 davon ließen das Pendel am Ende doch zu ihren Gunsten entscheiden.

Hat das deine Neugier auf Bohnanza geweckt? Bist du ein Bohnanza-Experte, der sich gerne neuen Herausforderungen stellt? Oder möchtest du gerne einfach nur Spaß haben und dabei etwas Gutes tun? Dann sei bei einem der Bohnanza Christmas Charity Cups dabei und versuche dich an der neuen 2-Spieler-Variante!