PKMFunformat_header

Du willst ein bisschen mehr Abwechslung? Pokémon bietet neben dem bekannten Modified-Constructed-Format auch Spaßformate, also sprich dich mit deinen Freunden ab oder frag in der Liga deines Vertrauens, ob ihr eins dieser Formate ausprobieren könnt!

Constructed-Formate

Eine Möglichkeit, in der gleichen Zeit mehr Matches zu spielen, bieten 30-Karten-Decks. Hier läuft alles genau wie bei regulären Spielen – aber jede Karte darf nur zweimal statt viermal gespielt werden und ihr legt nur je 3 Preiskarten statt 6.
Das Interessante an diesem Format ist, dass manche beliebten Karten wie Professor Esche/Platan fast unspielbar werden, während etwa ASS-KLASSE-Trainerkarten umso stärker sind. Probiert aus, welche Karten sich für dieses Format am besten eignen!

Beim Doppelkampf tritt jeder Spieler mit 2 Aktiven Pokémon gegen seinen Gegner an. Zusätzlich zu den normalen Regeln gibt es ein paar Sonderregeln:

  • Lege zu Beginn des Spiels 1-2 Aktive Pokémon verdeckt.
  • Sobald du mehr als ein Pokémon zugleich auf dem Feld hast, hast du 2 Aktive Pokémon.
  • Du kannst höchstens 6 Pokémon im Spiel haben – also bis zu 4 Bankplätze nutzen.
  • Pro Zug kann nur eins deiner Aktiven Pokémon angreifen. Wähle ein gegnerisches Pokémon, das vom Angriff getroffen wird – außer er trifft „alle Aktiven Pokémon“.
  • Wähle bei Effekten von Trainerkarten, die Aktive Pokémon treffen, 1 Pokémon – außer die Karte sagt, dass sie auf mehr als eines wirkt.

PKMFunformat_01

Sehr beliebt ist auch der Teamkampf, bei dem ein Team von zwei Spielern gegen ein anderes Team antritt.

  • Spieler eines Teams sitzen einander schräg gegenüber. So könnt ihr einfach im Uhrzeigersinn spielen, damit alle der Reihe nach und die Teams abwechselnd drankommen.
  • Jedes Team wählt einen Spieler, der am Münzwurf teilnimmt. Das Team, das den Münzwurf gewinnt, entscheidet, wer beginnt.
  • Jeder Spieler zieht 7 Handkarten, spielt ein Basispokémon und bis zu 4 Bankpokémon verdeckt. Bei 60 Karten im Deck legt jeder Spieler 3 Preiskarten (=6 pro Team).
  • Wer kein Basispokémon hat, muss die Hand vorzeigen und der Gegner ihm gegenüber darf eine zusätzliche Karte ziehen. Haben zwei Spieler, die einander gegenübersitzen, beide kein Basispokémon, zieht niemand eine zusätzliche Karte. Löst Mulligans ansonsten wie gewohnt auf.
  • Erst der vierte Spieler, der an der Reihe ist, darf angreifen.
  • Ihr dürft einander die Handkarten nicht zeigen (außer durch einen Effekt) und euch nur mit kurzen Ja/Nein-Fragen absprechen, die der Spieler stellen darf, der gerade am Zug ist.
  • Wer ein gegnerisches Pokémon kampfunfähig macht, zieht die Preiskarte(n). Erst wenn jemand seine letzte Preiskarte bereits gezogen hat, aber noch weitere nehmen dürfte, zieht sie stattdessen der Partner.PKMFunformat_03
  • Wer kein Pokémon mehr in der Arena hat, bleibt trotzdem im Spiel. Er darf im eigenen Zug weiterhin Trainerkarten spielen und muss ein Basispokémon, das er nachzieht, bei der ersten Gelegenheit als neues Aktives Pokémon ausspielen. Erst wenn beide Partner keine Pokémon mehr im Spiel haben, gewinnt das gegnerische Team.
  • Wer am Anfang seines Zuges keine Karte ziehen kann, scheidet aus dem Spiel aus. Sein Partner legt so viele weitere Preiskarten von der Unterseite des Decks dazu, wie der ausgeschiedene Spieler übrig hatte.
  • Bei „du“ und „dein“ kannst du dich oder deinen Partner wählen – also beispielsweise Trank einsetzen, um deinen Partner eins seiner Pokémon heilen zu lassen. Du kannst ihm aber keine deiner Karten geben (etwa kannst du NICHT Brief des Prof. verwenden, um eine Energie aus deinem Deck zu suchen und an sein Pokémon anzulegen).**
  • „Das gegnerische Pokémon“ ist das Pokémon, das angegriffen wurde – oder ein Pokémon nach Wahl, wenn du gerade nicht angreifst.**
  • Ist dein Pokémon von einem Speziellen Zustand betroffen oder aktivieren sich Effekte deiner Pokémon zwischen den Zügen, werden sie immer vor und nach deinem Zug aufgelöst – aber NICHT vor und nach dem Zug deines Partners.

** Beispiele:
Angriffsbefehl von Impoleon DEX29 (= PLF 117) sagt: „Dieser Angriff fügt 10 Schadenspunkte mal der Anzahl der Pokémon im Spiel (deiner und der deines Gegners) zu.“ Löse ihn folgendermaßen auf:
1. Wähle einen deiner Gegner.
2. Zähle seine Pokémon und deine.
3. Lege so viele Schadensmarken auf sein Aktives Pokémon, wie ihr beide gemeinsam im Spiel habt.

Die Unterstützerkarte N hat eine kleine Sonderregel. Darauf steht zwar „Jeder Spieler mischt seine Hand zurück in sein Deck. Anschließend zieht jeder Spieler eine Karte für jede seiner noch übrigen Preiskarten.“, wird aber so gespielt, als stünde „(du und dein Gegner)“ dabei:
1. Wähle einen Spieler pro Team.
2. Die beiden gewählten Spieler mischen die Hand ins Deck.
3. Zählt die Preiskarten, die jedes Team übrig hat.
4. Die beiden gewählten Spieler ziehen genauso viele Karten (also 6, wenn noch kein Preis gezogen wurde).

Ihr könnt eure Matches natürlich auch durch kreative Deckbau-Sonderregeln interessanter gestalten, die ihr mit normalen 60-Karten-Decks oder einem dieser Formate kombiniert. Der jährliche Professor Cup, an dem Helfer (vor allem Pokémon-Schiedsrichter) teilnehmen dürfen, wird regelmäßig mit solchen Regeln gespielt: Beispielsweise durfte man einmal nur Pokémon spielen, die alle denselben Energietypen hatten (wodurch z.B. Despotar, das als Finsternispokémon Kampf-Vorstufen hat, oder verschiedene nützliche Staple-Pokémon nicht gespielt werden konnten); oder im sogenannten Kiddie-Format waren nur Pokémon erlaubt, die sich noch entwickeln können.
Aktuell ist auch die „Light-Version“ von Kiddie sehr spannend, bei der nur die EX-Pokémon verboten, aber alle anderen Pokémon erlaubt sind.
Falls jemand in eurer Gruppe selbst coole Ideen hat, legt euch entsprechende Regeln fest und probiert aus, wie gut sie funktionieren!

Limited-Formate

Neben den Constructed-Formaten, bei denen ihr fertige Decks von zu Hause mitbringt, gibt es auch noch Limited-Formate. Vielleicht hast du schon einmal ein (Pre-)Release mitgespielt, bei dem jeder Spieler Booster Packs bekommt, aus denen er sein Deck zusammenstellt? Dann kennst du schon ein oder zwei Limited-Formate!

Auch hier gibt es ein paar Varianten, die sich natürlich mit Doppelkampf, Teamkampf und Sonderregeln kombinieren lassen:
PKMFunformat_02

Das Sealed Deck-Format ist durch die (Pre-)Releases wohl das bekannteste: Jeder Spieler erhält eine bestimmte Anzahl Booster Packs und öffnet sie. Aus diesen Karten plus Basis-Energie baut er sein 40-Karten-Deck, gespielt wird auf 4 Preiskarten.

Die bekannteste Alternative dazu heißt Booster Draft: Alle Spieler sitzen in gleich großen Gruppen von bis zu 8 Personen im Kreis. Jeder öffnet ein Booster Pack, wählt eine Karte und legt sie verdeckt vor sich ab. Er gibt die übrigen 9 im Uhrzeigersinn weiter und wählt aus den Karten, die er bekommt, eine weitere. Sobald alle Spieler 10 Karten vor sich abgelegt haben, öffnen alle ein weiteres Booster Pack, wählen eine Karte und geben die restlichen gegen den Uhrzeigersinn weiter (die Richtung wechselt immer, nachdem neue Booster Packs geöffnet werden). Sobald alle Karten auf diese Weise verteilt wurden, bauen die Spieler ihre 40-Karten-Decks.
Der Vorteil gegenüber Sealed Deck ist, dass man beim Draften gezielt die Karten nehmen kann, aus denen man sein Deck bauen will – dafür bekommt man aber auch eine kleinere Auswahl an Karten.

Auch beim Rochester Draft sitzen alle Spieler in gleich großen Gruppen von bis zu 8 Personen im Kreis. Ein Spieler (Spieler 1) öffnet zwei Booster Packs und legt alle Karten offen auf. Er wählt eine Karte und legt sie offen vor sich ab. Anschließend geht es schlangenförmig weiter – das heißt, dass der letzte Spieler in der Runde immer zwei Karten wählt, bevor sich die Richtung ändert:

Bei einer Runde von 4 Spielern nehmen Spieler 2 und 3 je eine Karte, Spieler 4 wählt zwei.
Anschließend nehmen Spieler 3 und 2 wieder je eine Karte, Spieler 1 wählt 2.
Spieler 2 erhält die nächste Karte und so weiter, bis alle 20 Karten verteilt sind.
Anschließend öffnet Spieler 2 zwei Booster Packs und wählt eine Karte, 3 und 4 ebenfalls je eine, 1 nimmt zwei….

Sobald alle Karten auf diese Weise verteilt wurden, bauen die Spieler ihre 40-Karten-Decks.

Die letzte Variante nennt sich Solomon Draft: Alle Spieler werden zufällig in Paare aufgeteilt, die sich gegenübersetzen. Beide Spieler öffnen all ihre Booster Packs, sehen sich die Karten kurz an und mischen sie dann zu einem gemeinsamen Stapel zusammen, der verdeckt hingelegt wird.
Die Spieler werfen eine Münze, der Sieger des Münzwurfs ist Spieler 1. Er zieht die obersten 4 Karten vom Stapel, legt sie offen auf und wählt eine Karte, die er verdeckt vor sich hinlegt. Spieler 2 wählt zwei der Karten und legt sie verdeckt vor sich. Dann nimmt Spieler 1 die letzte Karte.
Anschließend zieht Spieler 2 die obersten 4 Karten, legt sie auf und wählt eine davon. Nachdem Spieler 1 zwei Karten gewählt hat, nimmst Spieler 2 die letzte. Auf diese Weise wird abwechselnd weiter gezogen, bis der Stapel aufgebraucht ist. Anschließend bauen alle Spieler ihre 40-Karten-Decks.
Gewählte Karten dürfen während des Draftens nicht angesehen werden. Ob die Spieler sich beim Draften absprechen und zusammenarbeiten dürfen, muss der Veranstalter am Anfang bekanntgeben.

Bei allen Limited-Varianten baust du ein 40-Karten-Deck, das ausschließlich aus den gezogenen Karten plus Basis-Energie bestehen darf.
Entsprechend wird immer auf 4 Preiskarten gespielt. Tauschen ist generell erst nach dem Turnier erlaubt.

Es wird empfohlen, dass alle Booster aus demselben Set kommen, damit Entwicklungsreihen funktionieren. Bei manchen Turnieren (etwa Tin-Box) ist das allerdings nicht möglich, weshalb hier eine halboffizielle Sonderregel genutzt werden kann: die Mutantenregel. Sie besagt, dass sich jede Evolutionskarte aus jedem Pokémon entwickeln kann, das die richtige Stufe und denselben Typ hat. Anders gesagt bedeutet das, dass sich Lapras (Basis-Wasserpokémon) während dieses Turniers zu Firnontor (Wasserpokémon, Stufe 1) und anschließend zu Quajutsu (Wasserpokémon, Stufe 2) entwickeln könnte!