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Robert hat es geschafft! Er ist in die Top 8 der Junior Division eingezogen. Dort kämpft er heute auf der Deutschen Meisterschaft um den Titel. Die letzten Minuten vor den alles entscheidenden Minuten des Turniers trainiert er noch ein letztes Mal mit seiner Mutter Claudia. Währenddessen kämpfen sein Vater Marco und Bruder Sebastian beim PokéCup um Punkte für das heimische Team Hannover. Also ein ganz normaler Familienausflug…

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass sich die ganze Familie über einen solchen Erfolg freuen darf. Schon vor ein paar Jahren erspielte sich der älteste Sohn der Familie Sebastian den Titel des Vizemeisters. „Er durfte dann mit seinem Vater nach Hawaii fliegen!“, berichtet Claudia nicht ganz ohne Stolz. Und unabhängig davon, ob es auch für Robert zu einem Ticket für die Weltmeisterschaft reichen wird oder nicht, erfüllt sich für ihn heute ein großer Traum: „Endlich bekomme ich ein eigenes Display!“, berichtet Robert mit strahlenden Augen, während Claudia ergänzt: „Das hat er sich schon immer gewünscht.“ Für Robert ist dies auch einer der Aspekte, die ihn besonders reizen: „Man baut sich ein Deck und spielt damit. Und wenn man gewinnt, bekommt man neue Booster und kann sich mit den neuen Karten ein noch besseres Deck bauen. Und man kann die dann auch sammeln!“

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Robert trainiert mit seiner Mama für die Finalrunden

Unterdessen sitzt der jüngste Sohn der Familie vertieft in das 3DS-Spiel daneben und übt sich in der anderen wichtigen Pokémon-Disziplin des Tages. Normalerweise spielt auch Jan auf den wöchentlichen Turnieren der heimischen SKS-Liga mit. Doch heute hat sich der Sechsjährige noch nicht ganz getraut, auf der richtig großen Pokémon-Bühne anzugreifen. Vielleicht sehen wir von ihm dann mehr im nächsten Jahr.

Dabei hatte die Pokemon-Leidenschaft mit einer Sache angefangen, die eigentlich gar nicht so schön ist: Sebastian war krank und langweilte sich, da er ans Bett gefesselt zu Hause bleiben musste. Über den Anime kam er erst zum Videospiel und dann zum Kartenspiel, was ihm die paar Tage fernab der Schule und seiner Freunde dann doch versüßten. Da sich der zugehörige Familienvater Marco natürlich brennend für alles interessierte, was sein Sohn so trieb, beschäftigte auch er sich ein wenig genauer mit dem Phänomen… und war plötzlich genau so begeistert von dem Spiel. So kam es, dass bereits vor 6 Jahren Vater und Sohn gemeinsam an der Deutschen Meisterschaft teilnahmen. Robert und Jan waren da auch schon dabei! Allerdings verfolgten sie das Geschehen vom Kinderwagen aus. Natürlich konnten sich die beiden mit der Zeit der Begeisterung von Vater und großem Bruder nicht entziehen und bald fingen beide selbst an, mitzuspielen.

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Vater und Sohn!

„Mein Mann bekommt immer nur die Karten, die die Kleinen nicht spielen wollen“, erklärt Claudia die Hierarchie innerhalb der Familie: „Letztendlich geht es ja vor allem darum, dass die Jungs ihren Spaß haben.“ So ist es auch ein Problem, dass Jan wie bereits erwähnt heute nicht mitspielen will. Welchen Sinn würde es auch haben, ihn zu etwas zu zwingen, wozu er keine Lust hat? Aber solange die 3 Brüder ihren Spaß am Spiel haben, werden sie auch weiterhin gemeinsame Familienausflüge zu den Turnieren unternehmen.

Während die 4 Männer der Familie ihrem gemeinsamen Hobby begeistert nachgehen, schätzt Claudia eher den dadurch entstehenden Familienzusammenhalt: „Uns ist es wichtig, dass wir etwas zusammen machen.“ Und obwohl sie nicht selber spielt, beschreibt ihr Mann Marco Claudia als den MVP der Familie. Dadurch dass die Söhne und der Vater in unterschiedlichen Altersklassen spielen, kann es schon mal verkommen, dass einer der Pokemon-Trainer ein wenig „bespaßt“ werden muss, während die anderen noch spielen. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass die ein oder andere Träne getrocknet werden muss.

Und so reißt die Familie von Hannover aus quer durch Deutschland, um an den großen Turnieren teilzunehmen. Und manchmal geht es sogar noch weiter weg: Zum Beispiel nach Hawaii, oder vielleicht sogar nach Washington… wer weiß?