Pinkie Pie

Pinkie Pie

Neue Sammelkartenspiele werden jedes Jahr auf den Markt geworfen. Nur die wenigsten schaffen es jedoch, sich dort zu etablieren. Selbst Spiele zu so bekannten Anime-Marken, wie One Piece oder Naruto waren alles andere als Selbstläufer – verschwanden nach kurzer Zeit wieder. Nun erscheint das Collectible Card Game zur US-Zeichentrickserie „My Little Pony – Freundschaft ist Magie“ und unternimmt einen Versuch, das zu schaffen, was so vielen anderen Spielablegern diverser Erfolgsserien nicht gelang. Die Chancen dafür sind gegeben – vor allem weil die Anhängerschaft der Serie eine ganz besondere ist. Worauf das Phänomen der immensen Beliebtheit der Marke fußt, darauf möchte ich in diesem Artikel einmal eingehen…

Die Handlung

Die Geschichte beginnt mit dem Auftauchen des Ponys Twilight Sparkle in Ponyville – einer Stadt im magischen Königreich Equestria und Haupt-Schauplatz der Serie. Von der Herrscherin dieses Landes, Prinzessin Celestia, wurde sie damit beauftragt, die Geheimnisse der Freundschaft zu ergründen. Schnell freundet sie sich mit den Ponys Pinkie Pie, Fluttershy, Applejack, Rarity und Rainbow Dash an. Durch diese Verbindungen lernen sie und der Zuschauer nicht nur, dass jedes Pony eine besondere Fähigkeit hat, die durch einen Schönheitsfleck symbolisiert, sondern auch wie sie diese Fähigkeiten zum Wohle aller und letztendlich ganz Equestria einsetzen – denn die Ponys leben nicht nur in ihrer Welt, sondern sind die treibende Kraft in ihr, die alles am Laufen hält. Und natürlich lernt Twilight Sparkle in jeder Folge eine wichtige Lektion über das Leben und die Freundschaft, welche sie am Ende als die Moral der Episode niederschreibt. Der Großteil der Story dreht sich um das Alltagsleben der Ponys, hin und wieder gilt es für die Gruppe jedoch auch größere Gefahren für Ponyville oder ganz Equestria abzuwenden.

Die „Mane Six“

Einen großen Reiz der Serie machen die grundverschiedenen Charaktere der einzelnen Hauptprotagonisten aus, die von Insidern meist als die „Mane Six“ bezeichnet werden. Deren Stereotypen seien folgend ein wenig beleuchtet:

Twilight Sparkle

Twilight Sparkle ist ein Einhorn-Pony mit großem magischen Potenzial. Sie ist fleißig und verbringt viel Zeit mit magischen Studien. Lesestoff hat sie genug, denn gemeinsam mit ihrem Freund Spike (einem Babydrachen) wohnt sie in der alten Bibliothek von Ponyville. Unter ihren Freunden ist Twilight Sparkle meist die vernünftigste und besonnenste, oft aber auch ein wenig zu ernst und zurückgezogen.

Fluttershy

Fluttershy

Applejack

Das Erd-Pony Applejack lebt zusammen mit seinen Geschwistern auf der eigenen Familienfarm, die sie mit sehr viel Eifer und Sorgfalt bewirtschaftet. Applejack ist bekannt für ihre Ehrlichkeit – sie sagt eigentlich immer, was sie denkt. Sie ist jedoch auch ein wenig ungestüm und neigt dazu ein kleiner Dickkopf zu sein.

Pinkie Pie

Pinkie Pie fällt schnell dadurch auf, dass sie sich eher springend, als laufend durch Ponyville bewegt. Allgemein ist sie immer recht überdreht und strotzt nur so vor guter Laune, die sie gern auch in gesungener Form mit ihrer Umwelt teilt. Darüber hinaus liebt sie Süßigkeiten und ist meist in der Konditorei Nascheckchen anzutreffen. Oft zaubert sie den anderen Ponys ein Lachen ins Gesicht, manchmal schießt sie aber auch etwas übers Ziel hinaus.

Rainbow Dash

Als Pegasus-Pony kümmert sich Rainbow Dash maßgeblich um die Regelung des Wetters und befreit den Himmel beispielsweise von Wolken. Rainbow Dash strotzt nur so vor Energie und erprobt sich in immer neuen Flugmanövern, denn sie möchte unbedingt der berühmten Fliegerstaffel „Wonderbolts“ beitreten. Sie liebt den Wettbewerb und misst sich gern mit anderen in sportlichen Duellen – eine gute Verliererin ist sie jedoch nicht gerade.

Fluttershy

Fluttershy ist ebenfalls ein Pegasus-Pony und kümmert sich um die vielen Tiere in und um Ponyville. Mit ihrer enormen Freundlichkeit einher geht ein großes Maß an Schüchternheit – weswegen Fluttershy häufig dazu neigt zu flüstern. Ihre Zurückhaltung zu überwinden fällt ihr schwer, doch liegt darin auch ihre große Stärke: Sie ist der Ruhepol der Gruppe.

Rarity

Als Einhorn-Pony kann Rarity, genau wie Twilight Sparkle, Magie benutzen. Sie interessiert sich sehr für Mode und Schönheit – arbeitet nicht ganz zufällig in einer Fashion-Boutique. Dort designed sie mit viel Hingabe ausgefallene Trachten. Rarity nimmt alles, was sie tut sehr ernst und ist sicherlich die erwachsenste der Gruppe. Sie neigt aber auch dazu eine kleine Diva zu sein.

Was ist das Besondere an der Serie?

Rainbow Dash

Rainbow Dash

Als My Little Pony – Freundschaft ist Magie im Oktober 2010 erstmals in den USA ausgestrahlt wurde, da richtete sich die Serie den Erwartungen der Macher nach an die Zielgruppe der jungen Mädchen. Doch recht schnell entwickelte sich eine recht große Fanbase aus jungen, männlichen Erwachsenen. Wegbereiter dafür waren Internet-Spaßvögel, die immer wieder Inhalte der Serie auf fremden Plattformen teilten, um den dortigen Usern auf die Nerven zu gehen. Viele dieser riskierten aus Interesse dann aber doch einmal einen Blick und ihnen gefiel was sie sahen. Daraufhin verselbständigte sich das Ganze und die Anhängerschaft wuchs und wuchs. Dass in den USA vor Kurzem bereits die 4. Staffel der Erfolgsserie angelaufen ist, ist sicherlich auch der Treue der vielen „Bronies“ (so nennen sich hartgesottene Fans der Serie – zusammengesetzt aus Brothers und Ponys) zu verdanken. Lauren Faust, der kreative Kopf hinter der Serie, sagte in einem Interview einmal, dass sie „stolz“ sei, dass die Serie soviel Anklang bei einer erwachsenen Zielgruppe gefunden hat. Doch was macht die Faszination denn nun eigentlich aus?

Fragt man einen Bronie, was ihm an der Serie eigentlich so gut gefällt, dann bekommt man eine Vielzahl an Antworten. Doch die häufigste ist mit Abstand, dass das Schauen der Serie schlichtweg „glücklich macht“. Oft genannte Argumente sind auch eine gute Animations-Qualität, der unfassbar hohe Niedlichkeitsfaktor, dass Werte und Moral vermittelt werden, dass der eigenwillige Humor – mit all seiner Satire und Eigenironie – genau ihren Nerv treffe und/oder weil die Anhängerschaft so oft selbst kreativ tätig wird. Doch am häufigsten hört man wirklich das Argument des „glücklich machens“. Und fernab der Überzahl von Serien, die Formen der Gewalt in ihren Mittelpunkt rücken, ist My Little Pony – Freundschaft ist Magie wirklich ein willkommenes Kleinod, welches es offenbar spielend schafft die Herzen zu erwärmen – auf eine charmante, lustige und oft auch etwas verrückte Art und Weise. Der Trick liegt, wie so oft, darin, einfach mal nicht darüber nachzudenken, ob man selbst einer bestimmten Zielgruppe angehört oder angehören möchte, sondern der Serie einfach eine Chance zu geben. Wohlmöglich ist der ein oder andere dann selbst schneller „bronifiziert“, als er gucken kann…

Selbst in die Politik haben es die Ponys geschafft. Die deutsche Piratenpartei nutzt die Folgen der Serie, um Konflikte abzukühlen und sich stattdessen auf die Lösung des jeweiligen Problems zu konzentrieren. In die Geschäftsordnung der Berliner Fraktion wurde gar eine Auszeit aufgenommen, in der die Mitglieder eine auf das momentane Thema passende Folge anschauen, um sich zu entspannen. Dafür hat sich der Begriff „Pony Time“ etabliert.