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Nach den Deutschen Meisterschaften im Yu-Gi-Oh! TCG und im Pokémon SKS und den darauffolgenden Europa- und Weltmeisterschaften im den vergangenen Monaten möchte ich mit dieser Reportage den Blick auf die Volunteers richten, die solche Events erst möglich machen. Hierbei gibt es viele Wege, wie diese helfenden Hände zum Amigo Organized Play gelangt sind.

Einen besonders umfangreichen Volunteer-Lebenslauf hat Christian Zierke. Neben der früheren Unterstützung des örtlichen Shops ist Chris nämlich im vergangenen Jahr bei so ziemlich jedem offiziellen Pokémon SKS und Yu-Gi-Oh! TCG Großevent dabei gewesen. Dabei ist es nicht bei deutschen Events geblieben – viele internationale Events wie das Austria Championship Weekend oder die Yu-Gi-Oh! Championship Series in Toulouse (Frankreich) unterstützte er ebenfalls bereits tatkräftig. Noch dazu war Chris an weiteren spannenden Projekten beteiligt, auf die wir hier eingehen werden.

Weshalb Chris gerne Volunteer ist und welche Erlebnisse er dabei hatte, sehen wir uns im Folgenden an. Zudem werden wir darauf eingehen, wie Ihr selber euch der Volunteer-Community anschließen könnt.

Was macht ein Volunteer?

Ein Volunteer ist jemand, der gerne seine Lieblings-Kartenspiele tatkräftig unterstützt. Im Falle von Chris ist das schon seit sieben Jahren die Hilfe bei allem, was mit Sammelkartenspielen zu tun hat. Chris selber startete seine Helfertätigkeit 2005 im örtlichen Hobbyladen in Köln, in dem er sich um die Turniere als Leiter und Schiedsrichter kümmerte. 2006 dann, also ein Jahr später, startete er auch auf den großen Events mit der Meisterschaft für das Sammelkartenspiel One Piece. Das hat ihm so sehr gefallen, dass er von da an bei immer mehr Sammelkartenspielen mithalf. Über die nächsten Jahre gesellten sich zu One Piece die Sammelkartenspiele Naruto, Pokémon SKS, World of Warcraft und das Yu-Gi-Oh! TCG. Auch die Art der Arbeit unterschied sich: Während er bei Naruto und One Piece sogar schon den leitenden Head Judge Posten erreichte, war er in den anderen Sammelkartenspielen vor allem als so genannter „Admin“ zuständig. Dessen Aufgabe ist es, die Anmeldungen und Ergebnisse eines Turnieres einzugeben.
Während andere als Schiedsrichter gerne die „Karriereleiter“ zum Team Leiter und Head Judge erklimmen möchten, hat Chris für sich also die Arbeiten im Hintergrund entdeckt. Mit der Erfahrung kamen dann auch weitere Verantwortlichkeiten: Im Backoffice war er verantwortlich für die Preise der Gewinner und das Wohlergehen der anderen Helfer. Als „Public Events Manager“ ist es mittlerweile auf gewissen Events seine Aufgabe, bei den zahlreichen Nebenevents den Überblick zu behalten, und Schiedsrichter und Admins zu koordinieren. Dazu gehört es auch, den Neulingen alles beizubringen und Ansprechpartner zu sein. Beiden Aufgaben ist demnach viel Verantwortung und die Notwendigkeit von Eigeninitiative und Menschenkenntnis gemein.
Daneben war Chris schon bei einer Aktion dabei, auf der er Läden die verschiedenen Sammelkartenspiele, Turnierformate und deren Unterschiede erklärt hat. Und auch bei der Pokémon Trainer Challenge Tour war er in verschiedenen Städten dabei.

Was hat man davon, Volunteer zu sein?

Vordergründig sollte ein Volunteer unterstützen, um sich selber zu entwickeln, Erfahrungen zu sammeln und natürlich Spaß mit seinem Sammelkartenspiel zu haben. Nicht nur auf den großen Events selber macht sich diese Erfahrung später bemerkbar. Auch auf den Turnieren, die Chris seitdem selber veranstaltet hat, konnte er die Erkenntnisse der großen Turniere anwenden. Denn er konnte dort Fertigkeiten erlernen und Wissen erlangen, was ihm nun immer noch weiterhilft. Und natürlich sehen ihn die Spieler auf den großen Events und erkennen ihn dann auf den eigenen Turnieren wieder, was Chris ebenfalls als Pluspunkt sieht.
Chris will auch nächstes Jahr wieder bei einigen Events dabei sein, denn es macht ihm Spaß, er kommt dabei viel durch Europa und kann gute Freunde wiedersehen. Tatsächlich sind es so viele Events, dass manchmal eine gute Terminplanung erforderlich ist, um das Hobby mit seinem eigentlichen Beruf verbinden zu können.
Ein gewisser Traum wäre es für ihn, auch mal die europäischen Grenzen hinter sich zu lassen, beispielsweise wäre er gerne auf der Yu-Gi-Oh! World Championship in Tokyo gewesen. Aber hier rechnet er sich keine großen Chancen aus, weil es nur wenige Posten und viele Bewerber gibt.

Wie kann ich selber Helfer werden?

Wie der Name schon sagt: Volunteer (deutsch: „Freiwilliger“) wird man, indem man von sich aus hilft. Schaue dich also zunächst in deiner Gegend um: Gibt es Hobbyläden, die Unterstützung brauchen könnten? Wenn ja, kannst du dich direkt als Mentor für diesen Laden bewerben, weitere Informationen siehst du unter myOrganizedPlay.de/go/Helfer. Um offiziell Mentor zu werden, musst du mindestens 16 Jahre alt sein, aber auch vorher kannst du den Laden unterstützen. Mentoren fördern das Spiel, indem sie Demos geben, Turniere leiten oder einen Shop für ein Sammelkartenspiel beraten. Das gibt erste Erfahrung, ihr erlangt Zugang zu weiteren Informationen in der Amigo Volunteer Community und es macht vielen Spaß.
Der nächste Schritt ist dann das Bewerben für die großen Events. Dazu macht Amigo einen Aufruf unter allen Mentoren. Auch wer keinen Laden betreut, kann sich zu genau diesem Zweck als Mentor eintragen. Denn nur als Mentor kann man sich auf diese Events bewerben. Wenn man auf diesen Aufruf dann eine aussagekräftige Bewerbung schreibt, hat man eine gute Chance darauf, angenommen zu werden. Da die großen Events neben einer Menge Spaß und Erfahrungen auch eine Menge Arbeit mit sich bringen, muss ein Bewerber mindestens 18 Jahre alt sein. Es ist durchaus auch so, dass sich Eltern eines begeisterten Spielers als Helfer eintragen lassen.
Auch Chris hat diesen Schritt vor langem das erste Mal getan und rät allen zukünftigen Helfern: „Es hilft, wenn man im Laden schon aktiv ist. Unterstützt jüngere Spieler und engagiert euch. Auch einfache Dinge, wie noch einmal die Bewerbung auf Rechtschreibung zu prüfen, können entscheidend sein.“
Nicht jeder Helfer steigt sofort als Schiedsrichter im Hauptevent ein. Oft sind es die allgemeineren Aufgaben wie die Registrierung, die Neulinge übernehmen, damit man sie einschätzen kann. Aber das ist auch gut so. Auch Chris würde, wenn er rückblickend die Wahl hätte, gerne als Admin eingestiegen sein. Denn als Admin gibt es immer was zu tun, und durch die klaren Aufgaben hat man die Chance, sich gut in sein erstes Event einzuleben.

Und was am Ende bleibt

Zum Abschluss möchten Chris und ich euch noch etwas auf den Weg geben:
„Traut euch, wenn ihr mithelfen wollt! Fragen kostet nichts, und kann euch viel Hilfe und Erfahrung bringen. Eigeninitiative als Helfer im Laden kann euch weiterhelfen. Und: Zum Helfer gehört es auch, sich als Vorbild zu benehmen. Behandelt also Mitspieler und Tauschpartner so, wie ihr selber behandelt werden wollt. Macht ihr auf Ladenbesitzer und Spieler einen zuverlässigen Eindruck, ist euer Einsatz auf einem großen Event bestimmt nicht mehr fern!“