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Hallo Oliver! Stell dich doch bitte vorab einmal unseren Lesern vor.

Ich bin der Olli und 20 Jahre alt. Ich wohne in Essen, also mitten im Ruhrpott, wo ich Betriebswirtschaftslehre studiere. In meiner Freizeit spiele ich gerne das Yu-Gi-Oh! TCG, wie auch seit kurzem Pokémon. Doch auch am Sport bin ich interessiert und sehr leidenschaftlicher Fußballfan eines Vereins, den ich nicht nennen sollte. (grinst)

Oliver Lukenda

Wann hast du mit dem Yu-Gi-Oh! TCG angefangen? Hast du auch mal andere TCGs ausprobiert?

Ich spiele seit dem Erscheinen der ersten Edition. Angefangen habe ich mit dem Joey Starter Deck. Vor kurzem habe ich mich am Pokémon Sammelkartenspiel versucht und bin fasziniert von dessen Spielmechanik. Ich habe definitiv vor, mich dort zu etablieren.

Lass uns mal das vergangene Jahr Revue passieren: Vor knapp einem Jahr fand die bislang größte Deutsche Meisterschaft aller Zeiten statt – über 1000 Teilnehmer waren dabei. Tag 1 lief für dich leider nicht besonders gut. Woran lag das?

Teilgenommen hatte ich mit einem Samurai-Deck, das in den Tests herausragend lief. Mein Ziel war es, das damals vielgespielte Plant-Deck zu „überlaufen“. Das Problem war allerdings, dass ich nur gegen ein Plant-Deck spielen musste, welches ich auch bezwang. Jedoch verlor ich meine beiden Spiele gegen Grabwächter-Decks. Tag 1 endete dann mit 3 Siegen, 1 Unentschieden und 2 Niederlagen für mich.

Danach konntest du dich ja idealerweise auf den „Battle of the States“ am nächsten Tag konzentrieren. Hast du dein Deck noch mal verändert?

Verändert habe ich gar nichts, was daran lag, dass ich erst sehr spät ins Bett bin und dafür keine Zeit hatte. Im Endeffekt hat sich dies aber als Glückfall erwiesen.

Kannst du dich noch an den Weg ins Finale erinnern?

Ich musste gleich in der ersten Runde gegen Marvin, einen guten Freund von mir, spielen. Natürlich war es ein Mirror Match, wo ich mich knapp aufgrund eines Topdecks im Timeout durchsetzen konnte. Die zweite Runde war wieder ein Mirror Match. Am Ende konnte ich mich 2:0 durchsetzen, weil mein Gegner einen entscheidenden Spielfehler begangen hatte: Er vergaß, seinen Legendäre Sechs Samurai – Shi En zu nutzen, um mein Dimensionsgefängnis zu negieren. In der dritten Runde spielte ich endlich gegen ein Plant-Deck. Rivalität der Kriegsherren und Dimensionsriss aus dem Side Deck erwiesen sich als spielentscheidend. Die vierte Runde lief genauso ab.

Das Finale des „Battle of the States“ gehört sicherlich zu den längsten Finalspielen in der Geschichte – es ging ca. 100 Minuten. Und zugleich war es ein besonderes: du spieltest gegen Soner Güngör, einen Freund von dir. Wie fühltest du dich nach Spiel 1, in dem du lange die Kontrolle hattest, aber Soner letztlich das Spiel noch drehen konnte?

Mies. Dieses Spiel hätte ich gewinnen müssen. Mit dem Gefühl, dass der Gegner das letzte Spiel anfangen wird, ins zweite Spiel zu gehen ist nicht gerade berauschend.

Nach dem Ausgleich deinerseits war das 3. Spiel sehr spannend. Was war der entscheidende Zug?

Ich zog Shiens Rauchzeichen, auf das ich ganze 10 Runden gewartet hatte. Damit holte ich Hand der Sechs Samurai und zerschoss Soners Kinetischen Soldat. Noch entscheidender war, dass Soner zuvor nicht mit diesem angegriffen hatte, da ich sonst sicher verloren hätte. Er nahm mir den Bluff ab, dass ich hinten ein Dimensionsgefängnis habe.

Im vergangenen Oktober nahmst du mit einem Agent Fairy Deck am „Metropolitan Masters – The Grinder“ teil. Im Viertelfinale gegen Piran Asci ging es dann schon um einen Platz in „The Showdown“. Wie lief das Match?

Piran war einer meiner härtesten Gegner. Nervig war, ihm zuzusehen, wie er überlegte und überlegte. Letztendlich zeigt dies aber, dass das Match auch für ihn eine Herausforderung war. (grinst)

Schließlich hast du es sogar noch bis ins Finale geschafft, wo dich aber Marius Miksch besiegen konnte. Woran lag es?

Es lag ganz eindeutig an der Kombo aus Bodenklappenfalle und Geisterzersetzung. Zu Beginn des Spiels ist diese fatal, da ich im Agent Fairy einen guten Spielaufbau benötige, um ins Spiel zu kommen. Dieses nahm er mir jedoch Spiel für Spiel…

Im Februar fand dann „The Showdown“ statt – ein etwas anderes Event. Wie hat es dir gefallen?

Das Wochenende war fantastisch – wann bekommt man schon die Chance, sein Hobby mit einem Urlaub zu kombinieren? Und das mit zwei guten Freunden: Grüße an Justin und Norman an dieser Stelle. Besonders gefallen hat mir der Besuch des kuriosen Restaurants „Crazy Cow“. Wann sonst isst man schon aus Mini-Einkaufswagen oder bekommt seine Pommes in Eimern vorgesetzt?! (grinst) Auch die Besichtigung der Stadt Zürich war interessant und nicht zuletzt der Schweizer Judge wusste durch den ein- oder anderen Witz zu begeistern. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochende. Gerne wieder! Ich hoffe doch sehr auf eine Fortsetzung der Turnierserie Metropolitan Masters.

Beim Turnier hattest du dich dann für ein Dino-Rabbit-Deck entschieden.

Ja, denn es ist das einzige Deck, in dem man 4 Mal Feierliches Urteil spielt: Damit meine ich Evolzar Laggia. Das Beste ist, dass er durch Rettungskaninchen sehr leicht aus Spielfeld kommt und zudem 2400 Angriffspunkte besitzt. Das setzt den Gegner schon zu Beginn des Spiels unter Druck. Auch Evolzar Dolkka ist nicht ohne und besonders gegen das vielgespielte Aufzieh-Deck eine sehr gute Antwort. In meinen Augen ist das Dino-Rabbit-Deck das momentan stärkste!

Wie waren die anschließenden Runden im Sealed Format verlaufen?

Jeder bekam eine Tin Box und 3 Booster Order of Chaos. In diesem Format geht es darum, die angriffsstärksten Monster des Sets zu ziehen, um die Siegchancen zu maximieren. Zu meiner Ernüchterung war das bei mir leider nicht der Fall und so spielte ich von jeder Karte meines Decks exakt je 1 Kopie! Hört sich in der Theorie nicht gut an, besonders da ich mein Team unterstützen wollte. Zu dem Zeitpunkt herrschte ja Gleichstand zwischen beiden Teams. Zu meiner Überraschung lief das Deck gut und ich gewann 2 von 3 Spielen, was unserem Team das Unentschieden sicherte!

Leider verlor Norman Wilde dann das Finalspiel gegen Roman Kieser und die Schweiz konnte den Titel erringen. Waren du und deine Teamkollegen enttäuscht?

Anfangs war ich natürlich sehr enttäuscht, da in meinen Augen Norman die Chance hatte, das Match zu gewinnen, es aber nicht tat. Doch letzten Endes ist man stolz, Teil dieses Events gewesen zu sein und beide Teams sind die Gewinner dieses Wochenendes. Pokal hin oder her!

Kommen wir zu den aktuellen Themen: Was sind deine Pläne und Ziele für die Deutsche Meisterschaft in Bochum?

Mein Ziel ist es erstmals, in die Tops einzuziehen und meinen DM-Fluch abzulegen. Vielleicht wird es ja sogar mehr als nur der Einzug in die Tops.

Wie ich in deinem letzten Interview gelesen habe, willst du auch an der Deutschen Pokémon-Meisterschaft teilnehmen. Was sind dort deine Ziele?

Ende Februar konnte ich meinen ersten Erfolg feiern und in die Top 4 des Regionals in Dortmund einziehen, wo ich denkbar knapp im Sudden Death scheiterte. Meine Erwartungen steigern sich nach und nach. Doch mit dem Einzug in die Tops wäre ich sehr zufrieden, da ich bisher auch erst 3 Mal an Pokémon-Turnieren teilgenommen habe.

Hast du vielleicht noch den ein oder anderen Tipp für unsere Leser?

„Wer wagt, gewinnt“ heißt es so schön. Man muss nicht immer das Deck spielen, welches gerade eine YCS gewonnen hat. Baut euch lieber eins, dass eurer Spielweise entspricht und gegen das Siegerdeck ein gutes Matchup hat.

Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg!

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