Das Interview führte Martina Eckloff

Daniel Müller

Erzähl ein wenig zu dir: Wer bist du, woher kommst du?

Ich bin der Daniel, bin mittlerweile 28 Jahre alt und komme aus der Stadt Gera in Thüringen. Seit der zweiten Boosterserie Metal Raiders bin ich beim Yu-Gi-Oh! TCG dabei.

Welche Sammelkartenspiele kennst du gut genug, um sie jetzt auf Anhieb spielen zu können?

Das beschränkt sich eigentlich auf Yu-Gi-Oh! TCG und das Pokémon Sammelkartenspiel. Letzteres habe ich auch erst dieses Jahr gelernt, aber das ist ja glücklicherweise auch nicht so schwer.

Welche anderen Hobbies hast du neben den Sammelkartenspielen?

Ich war vor meiner Selbständigkeit als Koch in der Gastronomie tätig. Da war es leider so, dass ich so gut wie nie an einem Samstag frei hatte, um zu einem Turnier fahren zu können. So habe ich nur Zeit gefunden, zu Hause mit Freunden zu spielen und mich im Internet der Community anzuschließen. Klar muss ich jetzt auch viel arbeiten, aber ich kann mir an den Wochenenden die Zeit nehmen, Turniere in vielen Regionen Deutschlands zu besuchen oder selber zu veranstalten.

Zeit mit Freunden zu verbringen ist etwas, was ich sehr gerne mache. Zusammen was unternehmen, zusammen zu lachen, feiern oder sich einen guten Film anzuschauen, ist sehr spaßig und dient einfach dazu, sich vom stressigen Alltag zu erholen.
Wenn dann auch mal wieder ein gutes Spiel für den PC oder die Wii erscheint, na dann gönn ich mir das auch.

Können dich unsere Leser auch irgendwo live erleben?

Aber sicher. Ich bin sehr oft in Berlin und Leipzig auf Turnieren unterwegs, welche ich zusammen mit anderen Helfern organisiere. Und sobald irgendwo in der Bundesrepublik ein Großevent ansteht, lass ich mir den Spaß nicht entgehen. Ich bin auch immer für ein nettes Gespräch offen, außer ich bin natürlich grad im Stress.

Du hast ja in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht als Helfer und Schiedsrichter. Gibt es noch Dinge, die du in Hinsicht auf dieses Sammelkartenspiel erreichen möchtest?

Vielleicht den Hattrick als Oberschiedsrichter auf den Deutschen Meisterschaften.
Ansonsten will ich gern noch vielen jungen Schiedsrichtern mit Rat und Tat zu Verfügung stehen und diesen dabei helfen, ihren Weg zu gehen, damit dieses schöne Hobby auch weiterhin auf viele gute Schiedsrichter bauen kann.

Was sind die Aufgaben eines Volunteer Coordinators?

Ich bin erster Ansprechpartner für alle Mentoren beim Yu-Gi-Oh! TCG, da diese meist noch jung sind und somit auch die eine oder andere Frage haben werden. Aber auch jeder andere AMIGO-Helfer kann mit seinen Problemen und Wünschen an mich treten, denn es wird Themen geben, die man vielleicht nicht sofort mit den AMIGOs bereden möchte.

Außerdem sind wir bei der operativen Planung der großen Events wie der deutschen Yu-Gi-Oh! TCG Meisterschaft dabei.

Ich halte stets meine Augen und Ohren nach neuen Kandidaten für das Mentor- und Helferprogramm offen. Denn es gibt eben auch Menschen, die etwas zurückhaltend sind und vielleicht lieber erst abwarten, bevor sie sich bewerben, obwohl sie ja von den Programmen nur lernen und sich somit stärken können. Dann mache ich eben den ersten Schritt und komme auf sie zu.

Mein stärkstes Thema wird aber die Schiedsrichter-Entwicklung sein. Irgendwann werde auch ich mal zu alt sein oder meine Interessen ändern, und dann will man ja auch guten Gewissens gehen. Aber keine Angst, es wird schon noch etwas dauern, bis es soweit ist.

Hast du besonderes Mitspracherecht bei den Planungen von Events und anderen Aktionen von AMIGO?

Natürlich gibt es Entscheidungen, wo ich einfach nichts mit zu tun habe. Sobald ich zu etwas gefragt werde, gebe ich gerne meine Meinung dazu. Bei den Fragen „wann“ und „wo“ wird dies wohl eher nicht passieren. Aber bei allen anderen Sachen, wie beispielsweise Staff-Planung, Ablauf etc.. kann ja jede Erfahrung nicht schaden.

Das klingt, als ob man es sich nicht zu sehr mit dir verscherzen sollte. Womit kann man dich auf die Palme bringen?

Wenn es am Vorabend des Events nur Säfte aufs Haus gibt.
Nein, aber ich bin mir im Klaren, dass die AMIGOs die Chefs sind. Ich freue mich sehr darüber, dass sie so viel Wert auf meine Meinung legen, denn so kann ich meine Erfahrung gezielt mit Einbringen, was am Ende unserem Hobby nur zu Gute kommt. Wenn ich mal einen Vorschlag habe und der dann nicht angewandt wird, dann ist das für mich eben auch ok.

Gibt es bereits Themen, auf die du besonderen Fokus setzen möchtest und von denen du uns hier berichten kannst?

Die Förderung des Nachwuchses, also jungen Helfern und Mentoren, will ich so stark wie möglich ausbauen. Denn, wie uns der Fußball schon zeigt, sind diese die Zukunft, damit wir auch zukünftig qualitativ so hochwertige Turniere absolvieren können.

Du warst ja schon mehrfach Headjudge. Ist diese Position mit der des Volunteer Coordinators vereinbar?

Also durch meine vielen Einsätze als Headjudge habe ich mir erst die benötigten Erfahrungen für diesen Posten gesammelt. Je größer die Events werden, umso schwieriger wird es natürlich, den Posten des Oberschiedsrichters und Judge Leads zusammen zu erledigen. Auf einer deutschen Meisterschaft werde ich wohl nicht noch mal der Headjudge sein, aber ich habe natürlich auch schon einen würdigen Nachfolger. Aber wen, das verrate ich nicht.

Werden dich unsere Leser überhaupt noch auf großen Events erleben oder ist der Volunteer Coordinator nur im Hintergrund tätig?

Natürlich werde ich nach wie vor auf den großen Events dabei sein. Die sind ja mit das Schönste am gesamten „Schiedsrichter sein“. Die Schiedsrichter wollen ja auch eine Bewertung ihrer Tätigkeiten. Zum Beispiel möchten sie wissen, wie sie die eine oder andere Situation besser hätten auflösen können. Ich werde nach wie vor da sein, aber eben keine Regelfragen mehr beantworten. Für Allgemeines oder ein herzliches „Hallo“ steh ich immer noch gern zur Verfügung.

Überschneiden sich deine Arbeiten auch mit denen von Marcos, dem anderen Volunteer-Coordinator, oder sind das zwei getrennte Bereiche?

Er ist im Prinzip ich bei Pokémon. Ich kenne zwar den einen oder anderen Pokémon-Schiedsrichter, aber es gehört ja eben auch etwas mehr dazu, um diese Position im jeweiligen Spiel zu besetzen. Aber wir werden uns bei Meetings immer auch sehen, da sich unsere Positionen schon sehr ähneln und jeder seine Ideen bei der Programmgestaltung einbringen kann.

Du warst ja auch schon als Helfer bei Pokemon-Veranstaltungen, die sich ja doch von Yu-Gi-Oh! TCG-Veranstaltungen unterscheiden. Hast du dort Erfahrungen sammeln können, die dir nun helfen werden?

Eins ist Fakt, und zwar, dass man nie auslernen wird. Gerade, weil sich das Spiel und die Turniere etwas unterscheiden, sieht man da manches Neues, was man vielleicht auch bei den Yu-Gi-Oh! TCG Turnieren testen könnte. Und die Juniors sind ja auch einfach nur zum Knuddeln.

International warst du ja auch schon auf einigen Events. Hast du dort nun auch mehr Aufgaben?

Zum Glück nicht. Soll ja auch nicht mein Hauptberuf werden. Die internationalen Turniere werden von KONAMI veranstaltet, dass Volunteer-Programm ist aber ein AMIGO-Programm. Da ich einen Großteil der deutschen Schiedsrichter kenne und deren Leistungen beurteilen kann, steh ich gern mit Ratschlägen zur Seite, aber eine verbindliche Mehrarbeit meinerseits bringt mein neuer Posten international nicht mit sich.

Möchtest du noch etwas sagen?

Ich freue mich riesig, noch mehr Input in unser Hobby zu stecken, damit wir auch in ein paar Jahren noch auf einfach geile Megaevents fahren können und unvergessliche Wochenenden zusammen erleben.

Wer die Lust verspürt, auch in irgendeiner Weise dabei zu helfen, der soll sich einfach mal bei AMIGO bewerben. Wir sind alle nett und freuen sich über jedes junge Talent, das den Weg zu uns findet.

Und sprecht mich auf Turnieren gerne an.

Vielen Dank für das Interview!