Zum Auftakt der Berichterstattung zur Deutschen Pokémon Meisterschaft 2011 hat unsere Redakteurin Yasmin Kiss ein Interview mit dem Head Judge der Senior-Division Cetin Yildirim geführt.

Wie lange bist du schon Schiedsrichter?
Ich judge seit 2003 regelmäßig Pokémon-Turniere in Deutschland und der Schweiz.
Wie bist du zu dem Spiel gekommen?
Ich sollte Freunde einen Tag zur Liga begleiten und auf einmal hat mich die Liga in Stuttgart für ein Teamplay-Turnier rekrutiert und mir ein Deck in die Hand gegeben. Und zack war ich Spieler dieses Spiels, meine Freunde haben dann aufgehört und ich bin immer noch da und es macht immer noch sehr viel Spaß!
Wieso bist du lieber Judge anstatt zu spielen?
Ich übernehme gerne Verantwortung für diverse Abläufe und möchte aktiv bei der Gestaltung von TCG-Events mitwirken, auch weil ich als ehemaliger sehr aktiver Spieler oft meine Vorstellungen hatte, wie man etwas bewegen und besser machen kann. Das Judgen dient dazu, in die Organisation einzugreifen und das Spiel zu fördern, das ist mein Hauptanliegen. Deswegen lege ich gern das Spielen ab, dennoch bin ich in meiner freien Minute auch gern als Spieler unterwegs und versuche auch da weiterzukommen, schließlich haben wir alle ja mal mit Spielen angefangen und es machst Spaß!
Was magst du am Judgen besonders?
Man lernt viele interessante Leute und auch Decks kennen. So kann man sich die Ideen der Leute anschauen und freut sich, wenn man die ein oder andere kuriose Idee mal in die Tat umgesetzt sieht. Außerdem bekommt man einfach unheimlich viele Eindrücke, die in einem Turnier so passieren.
Ist das Judgen anstrengend?
Ich sehe es als ein Hobby. Ich habe es bewusst gewählt,denn ich laufe sehr gerne auf den Turnieren. Es ist immer wieder was neues Spannendes, aber ich will nicht leugnen, dass es auch anstrengend ist, denn nach so manch einem langen Turnier freut man sich auch auf das Bett.
Wo hast du schon alles gejudged?
Angefangen hat es bei mir mit der Stadium Challenge Stuttgart 2004 als wirklich erstes großes Turnier, dann war ich bei der Deutschen Meisterschaft 2004 dabei und hatte die Ehre, ab und an bei der Schweizer Meisterschaft als Head Judge tätig zu sein. Regelmäßig bin ich in letzter Zeit bei größeren Events wie z.B. den State Championships und Regionals dieses Jahr unterwegs gewesen. Ansonsten natürlich auf vielen lokalen Turnieren und Battle Roads und der Deutschen Meisterschaft in Köln letztes Jahr.
Bereitest du dich in besonderer Weise auf Events vor?
Natürlich liest man sich die Regeln vorher nochmal durch und schaut, was sich so ändert, es kommen ja mal wieder Kartenänderungen oder Regeländerungen, die man als Judge kennen sollte. Ansonsten hilft es mir natürlich, dass ich in Stuttgart immer mal wieder in der Liga selber spiele.
Was gefällt dir besonders an dieser Arbeit?
Der Kontakt zu vielen Menschen, ich habe seit 2003 natürlich sehr viele Leute kennengelernt, die man immer wieder sieht. Es ist oft wie eine große Familie.
Was waren die wichtigsten/beeindruckenden Situationen und Erfahrungen?
Bei den ersten Tunieren habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen, und das hat auch in meinen Leben sehr geholfen, denn es hat mir gezeigt, dass man in jungen Jahren Verantwortung übernehmen kann.
Beeindruckende Situationen sind vor allem, dass das Spiel sowohl bei Jung als auch bei Alt ankommt! Ich finde es persönlich immer klasse, wenn Familien auf Turniere anreisen und Spaß am Spielen mitbringen!
Es ist auch sehr interessant, Junioren zu sehen, die sehr talentiert mit dem Spiel und der Strategie umgehen können. Ebenfalls beeindruckend für mich ist auch, dass es viele Menschen gibt, die viel Herzblut in das Organzied Play, also Turniere und den Ligabetrieb, investieren.
Was ist besonders schwierig / herausfordernd?
Ab und an gibt es Situationen, die wirklich harte Entscheidungen verlangen. Auch wenn es nur ein Spiel ist, so hat jedes Spiel seine Regeln, und für die sind wir als Judges verantwortlich.
Man muss durch solche Situationen durch
Kannst du jungen Talenten ein paar Tipps mit auf den Weg geben?
Nie aufgeben, aber vor allem dürfen sie nie den Spaß aus den Augen verlieren. Man sollte seine Ziele verfolgen und schauen, dass man sich auch ab und an in der Liga einfindet oder Spielpartner im Freundeskreis zum gemeinsamen Testen gewinnt. Aber es gilt immer, sportlich und fair zu bleiben.